Nur Bürgermeisterin Silke Höflinger bewirbt sich fürs Rathausamt
Bei der Bürgermeisterwahl in Walddorfhäslach gibt es am Sonntag nur eine einzige Kandidatin. Nach 35 Minuten war am Freitagabend deren offizielle Vorstellung über die Bühne der Gemeindehalle – 80 Bürger/innen hatten kaum Fragen an die Amtsinhaberin Silke Höflinger.
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Matthias Reichert
Walddorfhäslach. „Die Gemeinde konnte in allen kommunalen Bereichen positiv und zukunftsorientiert entwickelt werden. Wir haben seit acht Jahren einen stabilen Einwohnerstand und einen stabilen Haushalt.“ Zu Beginn ihrer gut 20-minütigen Wahlkampfrede listete Bürgermeisterin Silke Höflinger die Erfolge ihrer ersten, achtjährigen Amtszeit auf: Getätigte Investitionen und projektbezogen gebildete Rücklagen, Haushaltsdisziplin und eingeworbene Fördermittel von Bund und Land.
Silke Höflinger begrüßte die Gäste bei der Kandidatenvorstellung in der Gemeindehalle mit Handschlag.Bild: Haas
Sie habe die Kleinkinder- und Ganztagesbetreuung ausgebaut, versprach für die Zukunft auch Betreuungsplätze für Null- bis Zweijährige. Höflinger berichtete vom sozialpädagogisch betreuten Jugendtreff in der Alten Turnhalle und vom neuen Seniorenwohnheim der Bruderhaus-Diakonie am Flecken. Sie wolle künftig betreutes Wohnen und generationenübergreifende Lebensformen in Walddorfhäslach ermöglichen.
Nach „Fürhaupt“ und „Unter dem Weiler II“ werde die Gemeinde weitere Wohngebiete „ökologisch und sozial verträglich entwickeln“. Priorität habe aber die Innenentwicklung. Auf der „Bullenbank“ habe die Gemeinde neue Gewerbebetriebe angesiedelt, seit 2009 hätten alle Haushalte im Flecken Internet. Höflinger, die das Walddorfer Rathaus bürgerfreundlich saniert hat, peilt außerdem verbundübergreifende Fahrpreise beim ÖPNV an.
„Der wichtigste Standortfaktor sind Sie, die Mitbürger/innen“, lobte sie dann das Engagement der Bürgerschaft in mehr als 30 Verbänden, Kirchen und Vereinen. „Das ist die beste Werbung für Walddorfhäslach.“ Es gab nur wenige Fragen an die einzige Kandidatin, etwa zum Häckselplatz und zur Grüngutabfuhr.
So griff die Amtsinhaberin zunächst Themen aus ihren Informationsabenden auf. Da sei Verkehrsberuhigung ein Anliegen gewesen. Höflinger dazu: „Wir haben eine ausgezeichnete Stellplatz-Satzung mit zwei Stellplätzen pro Wohneinheit. Das gibt’s nicht einmal in Reutlingen. Da muss man eigentlich nicht auf der Straße parken.“
Ein Bürger fragte dann doch nach dem Verhandlungsstand bei „den Bauruinen in der Walddorfer Ortsmitte“. Das sei „ein Thema seit vier Jahrzehnten“, gab Höflinger zu. Mittlerweile seien Gutachten erstellt, „wir sind auf einem guten Weg“. Über Einzelheiten der Verhandlungen könne sie keine Auskünfte geben, „aber wir sind deutlich weiter gekommen“. Für Juli kündete sie Ergebnisse eines Planungswettbewerbes an.
Der denkmalgeschützte „Ochsen“ sei in privatem Eigentum. Die Gemeinde wolle ihn nicht erwerben, sondern an Investoren vermitteln. Zwei habe es schon gegeben. Das Gebäude sei vielleicht „nicht mehr sanierungsfähig“ – Höflinger hofft „auf Entgegenkommen des Denkmalamtes“. Dann listete sie Erfolge beim Sanierungsprogramm auf: Vier Millionen Gesamtförderung habe Walddorfhäslach in fünf Jahren erreicht – 60 Prozent vom Land und 40 Prozent von der Gemeinde. Werner Böttler (FWV), der stellvertretende Bürgermeister und Vorsitzender des Wahlausschusses, rief die Zuhörer am Ende dazu auf, zur Wahl zu gehen: „Wir begrüßen Sie im Wahllokal auch alle mit Handschlag.“
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