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In echt und auf Facebook

Landtagspräsident stellte sich Fragen der Schüler

Jessica aus der Klasse 8 hatte es entdeckt: Landtagspräsident Guido Wolf ist auch auf Facebook. Gestern kam er in echt nach Walddorf in die Aula der Gustav-Werner-Schule und stellte sich den Fragen der Klassen 8 und 9.

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Fred Keicher

Walddorfhäslach. Kann gut sein, dass er jetzt öfters Mails aus Walddorfhäslach bekommt. Jessica und ihre Freundinnen Marlen und Franziska können sich gut vorstellen, ihm zu schreiben, wenn sie noch Fragen haben, wie der Landtag funktioniert oder wenn ihnen etwas nicht gefällt, was die in Stuttgart ausgeheckt haben. Auf Wolfs Besuch hatten sich die 46 Schüler mit ihren Lehrern Rainer Votteler und Sonja Haile vorbereitet und die Fragen auf Zetteln notiert. Die meisten haben aber frei gesprochen. Es lief ein bisschen schleppend an. Aber als Haile sagte, „Ich ruf auch auf“, ging es munter zu Sache.

Landtagspräsident Guido Wolf vor Schülern und Bürgermeisterin Silke Höflinger (Mitte) in der ... Landtagspräsident Guido Wolf vor Schülern und Bürgermeisterin Silke Höflinger (Mitte) in der Gustav-Werner-Schule. Bild:Haas

Patrick wollte wissen, was Wolf an seinem Beruf gefällt („dass ich mit Menschen zu tun habe“). Leonie fragte, ob er sich schon in der Jugend für Politik interessierte („Ja, Kommunalpolitik“). Vanessa wollte wissen welche Voraussetzungen ein Landtagspräsident haben müsse. (Er könne integrativ wirken, die Leute zusammenführen, habe Erfolg im Umgang mit Gremien). Wie man erkenne, dass eine Entscheidung richtig sei („Wahlen sind der Gradmesser“). Lena fragte, ob er sich Zeit für die Familie nehme („Den Freiraum muss man sich bewusst schaffen. Ich frag mich schon für die Zeit nach der Politik, wie viel Freunde bleiben“). Wolf wurde gefragt nach der Frauenquote, dem Quorum von Volksabstimmungen, den Arbeitsplätzen und dem Einkommen von Abgeordneten, wie eine Petition oder Debatte funktioniert und: „Warum sind so viele Plätze im Plenarsaal oft unbesetzt?“

„Ein sehr offenes Gespräch“, lobte die Elternbeiratsvorsitzende Gabriele Weil. „Wolf hat eine Sprache gefunden, dass die Politik nahe an die Schüler rankommt.“ Überrascht über den Inhalt der Fragen war Olfert Alter. Viel Vorbereitung entdeckte er dahinter. Die Ausbildung ist „das große Thema“ für den Innungsobermeister der Reutlinger Schreiner, Kooperationspartner der Schule und Walddorfhäslacher Gemeinderat. „Die Gemeinschaftsschule ist eine große Chance.“ Die Gustav-Werner-Schule gehört zu den Starterschulen des Projekts. Vor den Schülern hatte Wolf gesagt: „Wenn es gelingt, den Schülern Perspektiven zu geben, ist das der richtige Weg. Jetzt gibt es nur eine Botschaft: Gemeinsam arbeiten fürs Gelingen.“

Zu Wolfs Begrüßung hat Bürgermeisterin Silke Höflinger auf die hohen Standards in ihrer Kommune hingewiesen, sogar die Bevölkerungszahl sei so hoch wie nie: 4781. Die gut vernetzte Gustav-Werner-Schule nannte sie einen wichtigen Standortfaktor.

Rektor Ralf-Michael Röckel und sein Kollegium geht mit Euphorie an das Projekt der Gemeinschaftsschule: „Die Starterschulen müssen verliebt sein ins Gelingen.“

„Das Beste ist dafür gerade gut genug“, sagte Wolf. Allerdings gebe es in der Umstellungsphase „Holprigkeiten“. Deswegen musste Höflinger für Montag eine Gemeinderatssondersitzung anberaumen: Alle Gemeinderatsbeschlüsse müssen wiederholt werden, die Nachbargemeinden gehört werden. Der Zeitrahmen betrage drei, vier Wochen.

30.03.2012 - 08:30 Uhr

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