Mittlerweile ist sie eines der bekanntesten Fernsehgesichter in Deutschland. Die Journalistin Ute Brucker war in der Reutlinger Reihe „Menschen und Themen“ zu Gast. In der Kreissparkasse sprach sie über ihre Arbeit und ihre Verbindung zum Heimatort Pliezhausen.
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Matthias Stelzer
Reutlingen. Die Eltern, Heide und Otwin Brucker, sitzen in der ersten Reihe und versichern: „Wir sind auch gespannt.“ Gespannt, auf die Erzählungen der Fernseh-Tochter, die in Reutlingen auf die Frage, was sie mit ihrer Heimat Pliezhausen verbinde, ganz schlicht antwortet – „eigentlich alles.“
Ute Brucker (Mitte) wurde in der Reutlinger Kreissparkassen-Zentrale von der Vorsitzenden des ARD-Programmbeirats Petra Zellhuber-Vogel und Paul Schlegl, dem Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB), interviewt. Bild: Haas
Die 44-Jährige, die in Stuttgart lebt und als Leiterin der SWR-Auslandsredaktion viel in der Welt unterwegs ist, bezeichnet ihr von „großer Offenheit“ geprägtes Elternhaus noch heute als Basisstation. „Ich gehe lieber im Schönbuch spazieren als im Schlossgarten“ sagt sie. Ein Satz, der zur unaufgeregt und bescheiden auftretenden Fernsehfrau passt. Ute Brucker, scheut sich nicht zu sagen, wenn sie keine Antwort hat. Sie gibt zu, dass sie erst nach einer „längeren Zeit des Rumsuchens“ zum Journalismus kam und deshalb auch „keine höhere Mission“ für sich in Anspruch nehmen könne. Da denkt sie lieber an eine Umfrage zum Frühjahrsputz zurück, die sie als Radio-Praktikantin einst in Undingen machte. Die junge Reporterin musste Klingeln putzen und erinnert sich noch heute an den O-Ton: „Pril, i putz alles mit Pril“.
Inzwischen hat es Brucker von der Alb via „Weltspiegel“ und Auslandsressort in die arabische Welt und die spanischsprachigen Länder geschafft. Die Faszination am Beruf sei aber die gleiche, betont sie. „Der Beruf ist eine Eintrittskarte ins Leben anderer Menschen.“
Eine Verantwortung, der die Journalisten – gerade auch in den arabischen Ländern – „mit Demut“ begegnen will. Sie respektiert ihre Gesprächspartner meist schon für den Mut: „Wir kennen es hier ja gar nicht mehr, dass man für seine politische Überzeugung Opfer bringen muss.“ Der Westen dürfe schon deshalb „keine überzogenen Erwartungen“ haben. Und gibt dann – wieder ganz aus der bodenständigen Pliezhausen-Perspektive – zu, dass auch sie manchmal eine „einfach nur wütende“ Zuschauerin sei. Zum Beispiel beim „grauenhaften Abschlachten“ in Syrien.
Ute Brucker – vom Tübinger Studio zum „Weltspiegel“
Ute Brucker wurde 1967 in Tübingen geboren. Nach dem Studium der Romanistik und Germanistik sammelte die Tochter des langjährigen Pliezhäuser Bürgermeisters Otwin Brucker erste journalistische Erfahrungen im Landesstudio Tübingen des damaligen Südwestfunks (SWF). Seit 1996 arbeitet Ute Brucker in der Redaktion Ausland des SWR Fernsehens. Von 2004 bis 2008 leitete sie das ARD-Studio Madrid. Seit 2010 ist sie Moderatorin des „Weltspiegels“ und als Nachfolgerin von Jörg Armbruster Leiterin der Abteilung Ausland des SWR.
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