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Göppingen

F. W. Bernstein: Satire als Lebenshilfe

Er ist Mitbegründer des Magazins "Titanic" , hat die hehre Klassik entzaubert und wurde selbst zum Satire-Klassiker. Heute wird F. W. Bernstein 75.

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MARCUS ZECHA

Göppingen F. W. Bernsteins Zeichnungen haben ebenso Kult-Status wie sein Elch-Buch. Er habe schon früh "eine Vorliebe fürs Jüdische" sowie für goldgelben Schmuck gehabt, erklärte er einmal auf die Frage, warum er sich ausgerechnet Bernstein nennt. Vorsicht, Satire? Das kann man bei F. W. Bernstein nie genau sagen. Das gilt auch für die Selbsteinschätzung seiner Arbeit: Er zeichne, mache Gedichte und schreibe Texte auf Papier, "oft über Zeichnungen und Zeichnende", meint er. Mit seinen "Texten auf Papier" hat Bernstein Fans in ganz Deutschland gewonnen. "Bernstein schreibt Liebesgedichte, fast schöner als die Liebe selbst", urteilte ein Kritiker enthusiastisch. Er zeige "Büchner-Bubis wie Biermann und Grünbein federleicht und locker, wies richtig geht". Später hagelte es Preise. 2003 erhielt er den "Göttinger Elch", 2007 den Göppinger Schickhardt-Preis, 2011 den Deutschen Karikaturenpreis.

Artikelbild: F. W. Bernstein: Satire als Lebenshilfe Selbstporträt von F. W. Bernstein. Foto: Marcus Zecha

Dem jungen Fritz Weigle schwoll schon früh die künstlerisch-humoristische Ader. Nach dem Abitur 1957 am Göppinger Hohenstaufen-Gymnasium studierte er Kunst und lernte in Stuttgart Robert Gernhardt kennen. Durch ihn machte er die "wichtige Erfahrung, dass Sprache nicht nur viel ermöglicht, sondern dass sprachliche Komik auch so was wie Lebenshilfe bietet". 1963 ging er als Redakteur zum Satiremagazin "Pardon". Zusammen mit F. K. Waechter, Eckhard Henscheid, Gernhardt und anderen gründete er die Neue Frankfurter Schule. Deren Publikationsorgan wurde das Satiremagazin "Titanic". 1984 erhielt er in Berlin eine Professur für "Karikatur und Bildgeschichte" an der Hochschule der Künste (HdK).

Am berühmtesten aber wurde ein kleiner, unscheinbarer Zweizeiler, der noch heute viel zitiert wird und mit dem er der "Neuen Frankfurter Schule" ihr Motto gab: "Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche." Unerreicht.

Info Zu F. W. Bernsteins 75. Geburtstag präsentiert das Frankfurter Caricatura-Museum vom 14. März bis

7. Juli eine Auswahl seiner Werke.

04.03.2013 - 08:30 Uhr | geändert: 04.03.2013 - 18:20 Uhr

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