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Schnuppen im Minutentakt

Erde kreuzt Kometen-Trümmer - Meteorschauer am Nachthimmel

Sie müssen zwar bis nach Mitternacht aufbleiben und auf größere Wolkenlücken hoffen: Sternegucker können in den kommenden Nächten jedoch auf einen regelrechten Schnuppenschauer hoffen.

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DPA/EPD

Hamburg In ihrem Lauf um die Sonne kreuzt die Erde in den nächsten Tagen die Spur des Kometen "Swift-Tuttle". Die millimetergroßen Staubteilchen werden als helle Sternschnuppen am Nachthimmel sichtbar sein. Der Meteorschauer erreicht laut Hamburger Planetarium in der Nacht vom 12. auf 13. August sein Maximum, mit einigen dutzend Sternschnuppen pro Stunde. Beste Beobachtungszeit sei die zweite Nachthälfte, es gehe aber schon um 22 Uhr los.

Artikelbild: Erde kreuzt Kometen-Trümmer - Meteorschauer am Nachthimmel Alle Jahre wieder regnet es im August Perseiden über Europa. Die Aufnahme ist 2008 im bulgarischen Sofia entstanden. Foto: afp

Um diese Zeit weise der Blick in den Himmel genau in Flugrichtung des Planeten Erde um die Sonne. Wie Regentropfen, die gegen die Frontscheibe eines Autos prasseln, treffen die Sternschnuppen dann auf die Atmosphäre.

Weil die Sternschnuppen aus Richtung des Sternbildes Perseus zu kommen scheinen, werden sie "Perseiden" genannt. Im Volksmund sind sie auch als "Laurentius Tränen" bekannt: Der frühchristliche Heilige wurde am 10. August 258 in Rom hingerichtet. Der Legende nach fallen in jedem Jahr um diese Zeit seine Tränen aus Feuer vom Himmel.

Die "Perseiden" gelten mit einem Tempo von rund 60 Kilometern pro Sekunde als schnelle Sternschnuppen. Sie ziehen in langen Bahnen über den Himmel. Vom zunehmenden Mond wird die Sichtbarkeit in diesem Jahr nicht beeinträchtigt, weil er bereits vor Mitternacht untergeht.

Allerdings wird der Blick auf den Sternschnuppenregen der Perseiden in diesem Jahr später etwas getrübt sein. Nur zum Auftakt des Himmelsschauspiels an diesem Wochenende werde die Wolkendecke über Deutschland Lücken haben, sagte die Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst gestern. Danach zieht sich der nächtliche Himmel mehr und mehr zu.

Der Ursprung der Sternschnuppen sind Trümmerteile aus dem Weltall. Die Schnuppen entstehen, wenn kleine Objekte in etwa 100 Kilometern Höhe in die Atmosphäre unserer Erde eindringen und dort verglühen.

Die weit sichtbaren Leuchtstreifen stammen dabei jedoch nicht von den verglühenden Staubkörnchen, sondern von den Luftmolekülen. Denn die schnellen kosmischen Geschosse übertragen einen Teil ihrer Energie auf die Luftmoleküle, die daraufhin Licht aussenden. Ursprung der Bruchstücke sind oft Kometen, die diese Teilchen entlang ihrer Bahn um die Sonne verstreuen.

Die überwiegende Zahl der kosmischen Partikel ist recht klein, von Staubkörnchen- bis etwa Tennisballgröße. Gerät die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne in eine solche Trümmerwolke, entwickeln sich Sternschnuppen-Schauer.

Den einzelnen Lichtstreif nennen Astronomen auch Meteor. Zu den wohl auffallendsten Meteorströmen der Gegenwart gehören neben den Perseiden im August auch die Leoniden im November.

Glücks- und Unglücksboten
Wunsch Sternschnuppen zaubern einen Lichtstreifen an den Nachthimmel. Dies zu sehen, soll Wünsche erfüllen – wenn man niemandem seinen Wunsch verrät und die Sternschnuppe als Einziger sieht.

Aberglaube Woher der Aberglaube kommt, ist unbekannt. Einst sahen Menschen in Sternen göttliche Lichtfunken am dunklen Firmament. Sternschnuppen galten als Dochte, die Engel beim Putzen der Himmelskerzen fallen ließen. Entsprechend hoffte man bei ihrer Erscheinung auf göttlichen Beistand oder zumindest einen Engel an der Seite, wenn es um unerfüllte Wünsche geht.

Unglückszeichen Allerdings bringen Sternschnuppen nicht überall Gutes. So gelten sie etwa in der Mongolei als Unglückszeichen. Im Volksglauben der Steppenbewohner sind es die sichtbar gewordene Seelen Verstorbener auf der Reise ins Jenseits. Auch die Ureinwohner auf den Andamanen-Inseln im Indischen Ozean fürchten sich vor Sternschnuppen. Sie sehen darin Fackeln, mit denen böse Waldgeister Jagd auf Menschen machen, die sich unvorsichtigerweise nachts im Freien aufhalten. dpa


09.08.2013 - 06:30 Uhr | geändert: 09.08.2013 - 07:46 Uhr

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