26.02.2013 Drucken Empfehlen
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Rennen um die WM-Technik

Deutsche Hersteller wollen der Fifa Torlinientechnologie liefern

Tor oder nicht Tor? Technik, die diese Frage beantworten kann, soll bei der Fußball WM 2014 zum Einsatz kommen. Welche, ist noch offen. Auch zwei deutsche Anbieter bewerben sich um den lukrativen Auftrag.

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DPA/SID

Frankfurt am Main Das Rennen um den großen Fifa-Auftrag ist eröffnet. Spätestens seit der Fußball-Weltverband vergangenen Dienstag beschlossen hat, beim Confederations Cup in diesem Sommer und bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien bei kritischen Torentscheidungen auf technische Hilfe zu setzen, rätselt die Branche: Welche Technik macht das Rennen? Welcher Anbieter angelt sich den Auftrag, die Stadien mit dem eigenen System ausrüsten zu dürfen?

Artikelbild: Deutsche Hersteller wollen der Fifa Torlinientechnologie liefern Versuchsaufbau im Nürnberger Fußballstadion: Mehrere deutsche Firmen bieten der Fifa derzeit ihre Torlinientechnik an. Im April soll eine Entscheidung fallen. Foto:Imago

Entscheiden will sich die Fifa im April. Interessierte Firmen sollen vorher bei einer Inspektionsreise nach Brasilien die Stadien besichtigen können. Bisher sah alles nach einem Zweikampf aus zwischen den Systemen "GoalRef" und "Hawk-Eye". Beide sind von der Fifa lizensiert und bereits bei der Klub-WM vergangenes Jahr getestet wurden. Das "Hawk-Eye"-System des Herstellers Sony wird schon seit Jahren im Tennis eingesetzt. Bilder von Hochgeschwindigkeitskameras sollen bei strittigen Szenen nachträglich aufklären, ob der Ball die Linie komplett überschritten hat. Kritiker zweifeln aber: Schließlich könne, anders als im Tennis, mal ein Torwart auf dem Ball liegen, oder ein Gewühl auf der Torlinie der Kamera die Sicht verdecken.

"GoalRef", das als "Chip im Ball" bekannte System, wurde vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (ISS) in Erlangen entwickelt. Es funktioniert so: Hinter Torpfosten und Latte angebrachte Antennen erzeugen ein Magnetfeld. Dieses wird von dünnen magnetischen Spulen im Ball beeinflusst, sobald sich der Ball dem Tor nähert. Ein Prozessor bestimmt dann anhand der Signale die Position des Balles und sendet ein entsprechendes verschlüsseltes Signal an spezielle Armbanduhren des Schiedsrichters. "Man kann sich GoalRef als einen unsichtbaren Vorhang vorstellen, der hinter Querlatte und Torlinie gespannt ist. Sobald der Ball diesen Vorhang komplett passiert, wird ein Tor erkannt", erklärte Ingmar Bretz, "GoalRef"-Projektleiter bei der Zulassung.

Nun ist eine weitere deutsche Firma ins Starterfeld gestoßen. Gestern gab die Fifa bekannt, dass sie die "Cairos technologies AG" aus Ismaning mit ihrem System als drittes Unternehmen mit einer Lizenz ausgestattet hat. Wie "GoalRef" setzt auch das System von "Cairos" auf Magnetfelder, um zu ermitteln, ob der Ball die Torlinie überschritten hat. Dafür werden hier aber im Rasen dünne Kabel verlegt, im Ball ist ein Sensor angebracht. Über zwei Empfangsantennen hinter dem Tor werden die Daten dann an einen Computer weitergeleitet, der wiederum den Schiedsrichter per verschlüsseltem Funk auf seiner Armbanduhr informiert.

Nach Angaben der Fifa wurde das System von dem unabhängigen Schweizer Institut EMPA Ende Dezember unter anderem im Karlsruher Wildparkstadion getestet. "Wir beschäftigen uns schon seit 2000 mit der Thematik", sagte ein "Cairos"-Sprecher.

Die Fifa will im April entscheiden, welches System genutzt wird. Ein vierter, bisher unbekannter Bewerber soll noch im Rennen sein. Bereits im Juli 2012 hatte das Fifa-Regelkomitee Ifab die Einführung technischer Hilfe bei strittigen Torentscheidungen beschlossen. In Europa gibt es bisher keine Pläne, technische Hilfe zu nutzen.

26.02.2013 - 07:30 Uhr | geändert: 26.02.2013 - 07:54 Uhr

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