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ROTTENBURG

DHL macht dicht - 186 Betroffene

(ing). Die Rottenburger DHL-Niederlassung, besser bekannt als ehemaliges Fernmeldezeugamt, soll zum 1. April 2008 geschlossen werden. Betroffen sind 186 Mitarbeiter des Express- und Logistikspezialisten der Deutschen Post AG .

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Die Absicht, den Standort Rottenburg zu schließen, wurde den Beschäftigten gestern Nachmittag bei einer Informationsveranstaltung der DHL-Geschäftsführung verkündet. Wann die Niederlassung dichtgemacht werden soll, erfuhren die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dabei nach Informationen des SCHWÄBISCHEN TAGBLATTs nicht. Wie Claus Korfmacher, Pressesprecher der Deutschen Post AG in Bonn, auf Anfrage mitteilte, ist die Schließung zum Ende des ersten Quartals 2008 geplant. Simeon Ehmer, Geschäftsführer der DHL Rottenburg, war gestern zu keinerlei Auskünften bereit.

Derzeit arbeiten am Rottenburger DHL-Standort 186 Menschen. 96 davon haben nach Informationen unserer Zeitung als Angestellte der Deutschen Post AG einen Kündigungsschutz; die restlichen 90 sind bei der DHL angestellt und kündbar. Laut Pressesprecher Korfmacher gibt es „noch keine konkreten Pläne“, wie es für die Betroffenen weitergehen soll, „die Möglichkeit der Weiterbeschäftigung wird geprüft“.

Die DHL wickelt in Rottenburg am Ort des ehemaligen Fernmeldezeugamtes vor allem die Geschäfte der Telekom ab. Eingelagert ist Zubehör vom kleinsten Schräubchen bis zur tonnenschweren Kabeltrommel. Grund für die geplante Schließung ist laut Korfmacher die Abnahme der gelagerten Produktmengen. Die verbleibende Arbeit solle künftig nach Nürnberg, Simmern und Steinfurt verlagert werden. Dabei ist Rottenburg nicht der einzige DHL-Standort, der geschlossen werden soll. Das gleiche Schicksal droht auch in Oschatz (Sachsen); dort sind rund 240 Mitarbeiter betroffen.

Anfang der 90er Jahre waren im Fernmeldezeugamt, das neben dem Lager auch über verschiedene Werkstätten wie Schlosserei und Schreinerei verfügte, noch knapp 600 Leute beschäftigt.

Die Stimmung bei der gestrigen Versammlung sei „sehr emotional“ gewesen, heißt es aus gut informierter Quelle. Die Menschen seien „verbittert, enttäuscht“, zumal der Betrieb schwarze Zahlen schreibe. Angesichts des abbröckelnden Telekom-Geschäfts sei es allerdings versäumt worden, Neukunden zu gewinnen.

Rottenburgs Erster Bürgermeister Volker Derbogen reagierte auf die schlechte Nachricht gestern „sehr überrascht – wir bedauern das wegen der Arbeitsplätze“. Beim Tag der offenen Tür, den die DHL-Niederlassung vor drei Wochen abhielt, sei von einer möglichen Schließung noch nicht die Rede gewesen.
09.11.2007 - 08:30 Uhr | geändert: 10.08.2009 - 16:38 Uhr

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