Es ist eines der letzten automobilen Abenteuer dieser Erde, das Low-budget-Pendant zur Rallye Paris – Dakar: die Allgäu-Orient-Rallye, erfunden von einem hyperaktiven Oberstaufener Geschäftsmann, der dieses Jahr 105 Teams in 265 Fahrzeugen auf die Strecke nach Amman in Jordanien schickt.
Anzeige
Kirchentellinsfurt. Die besonderen Regeln dieser Rallye: Keines der Autos darf mehr als 1111 Euro kosten, die Teilnehmer dürfen keine kostenpflichtigen Mautstraßen benutzen und müssen unterwegs eine Reihe guter Taten erledigen, die sie in Verbindung mit der jeweils einheimischen Bevölkerung bringen.
Dem Sieger-Team winkt ein Kamel als Preis – aber der eigentliche Gewinn dieser ungewöhnlichen Reise besteht vermutlich eher in dem Spaß, welches das Unternehmen macht. Darum hat sich kurzfristig auch ein „Oldtimer“ hinzugesellt, den sie in Fachkreisen den „Schrauber-Papst“ nennen: Rüdiger Etzold (im Bild rechts), 70, Spitzname „Etze“, Autor der Do-it-yourself-Buchreihe „So wird‘s gemacht“.
Der gelernte KFZ-Mechaniker und Fahrzeugingenieur hat 149 Bände mit Reparaturanleitungen für alle gängigen Autotypen herausgebracht und davon sechs Millionen Exemplare in Europa, Tschechien, Rußland und aller Welt verkauft. „Etze“ hat sich der „BMW Dreierflotte“ des Tübinger Journalisten Paul-Janosch Ersing (neben ihm) angeschlossen, der seit einem Zivildienst in Ägypten mit arabischen Verhältnissen, Sprache, Kultur vertraut ist.
Ebenfalls dabei: das Team „der 3TEgang“, über das wir bereits berichtet haben. Heier, Beppo, Dirk und Mone (von links nach rechts) kommen aus Dußlingen, Gomaringen und Sickenhausen, sind Pädagogen, Zimmermeister und Schreiner und waren noch niemals weiter von Zuhause weg wie nach Spanien. Sie starteten gestern von Kirchentellinsfurt mit einem Volvo 440 Turbo, Baujahr 1991, und einem Mitsubishi L 300, Baujahr 1997.
Mit an Bord: zwei Kühlboxen für Getränke, ein rustikales Vesper-Brett sowie ein Espresso-Kännchen. Verpflegen wollen sich die Vier unterwegs an Ständen und in Restaurants, aber ein Tässchen Kaffee am Morgen, „muss sein“, sagt Beppo. ele / Bild: Rippmann