Reaktionen der Gemeinderatsfraktionen auf den angekündigten Rückzug von OB Werner Fifka
Die Gemeinderatsmitglieder waren überrascht, zeigen aber Verständnis für Oberbürgermeister Werner Fifka, der sein Amt im nächsten Sommer abgeben möchte. Viel Lob gab es für seine Arbeit.
Mössingen. Für ihn sei die Entscheidung Fifkas „respektabel und nachvollziehbar“, sagt Marc Eisold. Vom Zeitpunkt war der FWV-Fraktionsvorsitzende – wie auch die anderen Gemeinderatsmitglieder – allerdings überrascht. „Das hat keinen kalt gelassen.“ Der Termin sei von Fifka passend gewählt worden, denn eine wichtige Etappe des Stadtentwicklungsplanes ist im nächsten Jahr abgeschlossen. Und die wesentlichen Projekte, die Fifka angestoßen habe, seien „in trockenen Tüchern“. Zudem habe der Gemeinderat inzwischen so viel Erfahrung, dass er einen neuen Oberbürgermeister unterstützen könne.
Marc Eisold, FWV
Eisold bedauert den Schritt, äußert aber Verständnis, dass Fifka sich aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen möchte. „Ich hoffe, dass er trotzdem seinen Ruhestand genießen kann.“ Fifka habe sich die Entscheidung bestimmt nicht leicht gemacht, vermutet Eisold. „Er ist ein Vollblutpolitiker und hat bleierne Wegmarken gesetzt. Über Jahre haben wir uns langsam aneinander gewöhnt und auf kollegialer Basis zusammengearbeitet.“ Was die Nachfolge betrifft, „haben wir noch nie aktiv gesucht und das wird sich auch nicht ändern“. Die CDU will hingegen „intensiv suchen“, kündigt Andreas Gammel an. „Wir sollten rasch ein bis zwei fähige Kandidaten haben.
Andreas Gammel, CDU
Es geht aber nicht um Parteipolitik.“ Auch Gammel bedauert den Rückzug. „Unabhängig von vielen Differenzen in der Sache und grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten haben wir gut zusammengearbeitet.“ Dass Fifka „so schnell“ sein Amt abgeben möchte, damit hatte auch die CDU-Fraktion nicht gerechnet. Aufgrund von Fifkas Formulierung, dass „unter anderem“ gesundheitliche Probleme dazu beigetragen haben, glaubt Gammel, „da spielt noch mehr mit“. Aber es sei doch respektabel, „wenn man nicht an seinem Stuhl klebt“. Fifka nennt er einen „Glücksfall für Mössingen“ und lobt sein „riesiges Verdienst“ um die Stadt in den vergangenen zehn Jahren.
Gabriele Dreher-Reeß, Grüne
„Nicht ganz unerwartet, aber in dieser Schnelle“ kommt für Gabriele Dreher-Reeß (Grüne) das Ausscheiden des Oberbürgermeisters. „Ich habe geglaubt, nächstes Jahr wird ein schönes Jahr, in dem wir zusammen mit den Bürgern Politik machen können“, sagt Dreher-Reeß. Die Werkrealschule habe gezeigt, dass es Dinge gibt, die mit den Bürgern diskutiert werden müssen. „Jetzt müssen wir dies eben um ein Jahr verschieben.“ In Wahlkampfzeiten bleibe die normale Arbeit mitunter liegen. „Es ist sehr bedauerlich, aber man muss es respektieren, wenn sich Fifka so entscheidet.“
Peter Looser, SPD
„Er ist für Überraschungen immer gut“, kommentiert Peter Looser (SPD) und spielte auf Fifkas unerwarteten Rückzug aus der SPD Anfang des Jahres an. „Man kann ihm nur glauben, dass es ihm nicht so gut geht. Aber wenn jemand sagt, mein Akku läuft leer, ist das einfach wichtiger.“ Die SPD bedauere den Rückzug. Fifka habe gute Arbeit gemacht und – wie seine Vorgänger – „Mössingen weit nach vorne bewegt“. Dass er als SPD-Kandidat Bürgermeister geworden sei, „war für die SPD in Mössingen eine tolle Sache“, erinnert sich Looser. Bernd Müller (FWG) war gestern nicht zu erreichen.