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Es brennt häufiger

Dienst-Versammlung der Kreis-Kommandanten

Ihre Dienstversammlung hielten die Feuerwehr-Führungskräfte des Kreises am Samstag in der Ofterdinger Zehntscheune ab. Der Kreisbrandmeister bilanzierte das vergangene Jahr. Fazit: Es brennt immer häufiger im Landkreis Tübingen.

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Kathrin Löffler

Ofterdingen. 265 Mal loderten 2012 die Flammen zwischen Schönbuch, Rammert und Alb-rand. Das sind knapp 50 Brandeinsätze mehr als im Vorjahr. Für Karl Hermann lässt sich dieser „markante Anstieg“ nicht mit wetterbedingter Trockenheit und damit verbundenen Strauch- und Rasenbränden erklären. Die Zahl der zu bekämpfenden Brände steigt in den letzten Jahren zunehmend.

Feuerwehr-Kommandanten aus dem Kreis Tübingen wurden in Ofterdingen geehrt. Links im Bild: ... Feuerwehr-Kommandanten aus dem Kreis Tübingen wurden in Ofterdingen geehrt. Links im Bild: Kreisbrandmeister Karl Hermann. Bild: Löffler

Dagegen haben sich die Unwettereinsätze im Vergleich zu 2011 mehr als halbiert. Gewaltig nach oben schnellte jedoch die Summe der Fehlalarme – besonders jene, die durch Brandmeldeanlagen ausgelöst wurden. 303 Mal mussten die Feuerwehrleute unnötig ausrücken. „Tausende von Detektoren“ solcher Anlagen könnten eben auch Täuschungsalarme auslösen, meinte der Kreisbrandmeister. Gleichzeitig wies er aber darauf hin, dass etwa durch den frühen Alarm eines Rauchmelders in einem Ammerbucher Chemiebetrieb ein Großbrand verhindert worden sei.

Insgesamt absolvierten die Feuerwehrleute im vergangenen Jahr 1446 Einsätze. Damit waren sie sogar seltener unterwegs als im Jahr zuvor. 75 Menschen konnten aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet werden: sechs bei Bränden, 69 durch technische Hilfe etwa bei Verkehrsunfällen. Die Rettungskräfte selbst verletzten sich 28 Mal bei Ernstfällen und Übungsdiensten. 172 Einsatzfahrzeuge bedeuten schnelle Hilfe im Landkreis. Die neuen roten Riesen galt es am Samstag in Reih und Glied vor der Zehntscheuer zu inspizieren.

Zwölf Projekte, darunter der Neubau eines Feuerwehrhauses in Kiebingen, sind 2012 mit rund 565 000 Euro aus der Feuerschutzsteuer gefördert worden. Auch dieses Jahr beantragen die Wehren wieder eine halbe Million Euro an Mitteln – unter anderem für neue Löschfahrzeuge.

Bis auf ein kleines hauptberufliches Team in Tübingen engagiert sich der Großteil der 1841 Feuerwehrleute in kreisweit 61 Abteilungen ehrenamtlich. Bis zum letzten Jahr sind stets neue Mitglieder dazu gekommen. Jetzt ist erstmals ein kleiner Rückgang von 13 Köpfen zu verzeichnen. Hermann warnte: „Es muss gelingen, den Personenstand stabil zu halten!“ Mit 451 Nachwuchs-Löschkräften warten derzeit die 14 Jugendfeuerwehren auf. In den jeweiligen Altersabteilungen sind gegenwärtig 524 ehemalige Aktive. Der Übertritt dahin erfolgt aber oft zu früh, findet der Kreisbrandmeister. Ihm ist es ein besonderes Anliegen, die Feuerwehrleute länger in den Einsatzabteilungen zu halten. Rückläufige Zahlen bei den Neuaufnahmen sind so besser zu verkraften.

Doch der Trend geht bereits zu längeren Dienstzeiten, wie Landrat Joachim Walter nachweisen konnte: Wurden in der Vergangenheit in der Regel um die zehn Jubilare mit dem Staatlichen Feuerwehrehrenzeichen in Gold – für 40 Jahre aktiven Dienst also – ausgezeichnet, waren es bei der letztjährigen Versammlung in Weilheim bereits 20. Am Samstag durften 25 Männer Urkunden entgegen nehmen (die meisten von der Rottenburger Wehr): Hubert Saile, Erich Straub, Roland Holocher, Rudolf Hallmayer, Hans-Gerd Trapp, Frieder Thomas, Albert Hauske, Theo Sattler, Herbert Truffner, Rainer Dettling, Adelbert Truffner, Joachim Müller, Hardy Schneider, Eugen Deutschle, Wolfgang Merz, Gustav Kamer, Rainer Speidel, Klaus Wohlhüter, Gerhard Hipp, Alwin Eberhard, Harald Löffler, Klaus Junger, Karl-Heinz Wiech, Manfred Volle und Werner Sulz sind seit 1973 dabei. Der Landrat hofft, dass diese Tendenz nicht abebbt: Werde der demografische Wandel doch auch die Feuerwehren vor neue Herausforderungen stellen.

Für Juni steht die Eröffnung der Integrierten Leitstelle in Tübingen an, die Notrufe für Feuerwehr und Rotes Kreuz zentral für den Kreis koordiniert. Ab 2014 soll vom Analog-Betrieb auf Digitalfunk umgerüstet werden.

04.03.2013 - 08:30 Uhr

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