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Albtrauf, Äpfel, fairer Handel: Mössingen macht grün

Die Blumenstadt arbeitete 2012 am Image

Es geht um die Natur, ums Klima und die Landschaft – aber auch ums Stadt-Image und den Fremdenverkehr: Mössingen unternahm 2012 einiges, um kräftig am Image des grünen Städtchens am Albtrauf zu feilen.

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Eike Freese, ERNST Bauer
Den touristenträchtigen Mössinger Streuobst-Panorama-Weg gibt es bereits seit 2010. Im Juli wurde ... Den touristenträchtigen Mössinger Streuobst-Panorama-Weg gibt es bereits seit 2010. Im Juli wurde er Teil des ersten Premium-Wanderwegs im Kreis Tübingen.Archivbild: Rippmann

Mössingen. Logo-Designer waren 2012 wieder einmal eine viel beschäftigte Berufsgruppe im Steinlachtal. Früchtetrauf-Logo, Apfelwoche-Logo, Fair-Trade-Stadt-Logo: Mössingen arbeitete im vergangenen Jahr fleißig daran, sich als naturnahes und nachhaltig orientiertes Städtchen zu positionieren.

Mitte des Jahres durften sich die Engagierten aus Tourismus, Landkreis, Stadt und Bürgerschaft dabei über durchaus prominente Unterstützung freuen: Die Eröffnung des Dreifürstensteig-Wanderwegs besorgte Ende Juli Ministerpräsident Winfried Kretschmann – und zog damit bundesweites Medieninteresse an den Rand der Alb. Rund 13 Kilometer lang ist der alte, aber renovierte Wanderweg, der das Streuobst-Panorama genauso erschließt wie Dreifürstenstein, Bergrutsch, Farrenberg und Olgahöhe. Das „Deutsche Wanderinstitut“ in Marburg adelte den Weg nach der Renovierung mit stolzen 73 „Erlebnispunkten“ – und machte ihn damit zum ersten Premium-Wanderweg im Landkreis Tübingen (für Vergleichsfreudige: am Zollern-Panorama wandert es sich mit 81, am Feldberg mit 77, am Guckinsland-Weg am Bodensee mit 67 Punkten).

Artikelbild: Die Blumenstadt arbeitete 2012 am Image

Unter der Marke „Früchtetrauf“ will die touristisch schwach erschlossene Gegend ab jetzt ihre Natur-Schönheiten nicht nur pflegen, sondern auch vermarkten. Auch das Mössinger Apfelfest – erstmals mit kompletter Apfelwoche und 1. Apfellauf – sollte das landschaftliche Kapital der Region in den Fokus rücken. Im Steinlach-Boten gab es dazu einen leckeren Apfelkrimi von Pia Ziefle zu lesen. Beim Apfellauf mit Walking goss es kräftig, das Ziel in der Pausa erreichten aber alle als Sieger.

Geschlagen geben musste sich Mössingen indes im Rennen um das Zentrum des neu geschaffenen Vereins „Schwäbisches Streuobstparadies“. Das Interessen-Kollektiv aus sechs Landkreisen wird künftig von Bad Urach aus operieren – Mössingen OB Michael Bulander arbeitet immerhin im Vorstand des Vereins und in der Pausa-Tonnenhalle soll auch das hiesige Hauptinformationszentrum des Streuobstverbunds entstehen. Dort wurde schon mal die junge Schwarzwälderin Maria Schropp, 25, zur Chefin im Paradies gekürt. Prima Klima in der Blumenstadt: Im Juli gab es die 1. Klimaschutzwoche mit Plant-for-the-Planet-Aktion und Markt rund ums Rathaus.

Zum grünen Trend an der Steinlach passt zudem die Omnipräsenz des umtriebigen Lastenfahrrad-Schmiede Gobax im vergangenen Jahr: Spätestens nachdem sich die Elektrorad-Firma in Stuttgart den Start-up-Preis des Landes abholen durfte, schüttelten die erfinderischen Gründer vom Mössinger Heerweg im Jahresverlauf zahlreiche Honoratioren-Hände – und expandierten bundesweit weiter kräftig.

Faire Geste an der Steinlach: Mössingen für guten Handel
Nach Rottenburg und Tübingen macht Mössingen das Trio der Städte im Landkreis komplett, die sich mit dem Siegel Fair-Trade-Stadt schmücken dürfen. Eine zehnköpfige Steuerungsgruppe koordinierte die monatelangen Bemühungen der Stadt, die entsprechende Anerkennung vom Verein Transfair zu bekommen. Die Initiative ging von Jugendlichen auf dem Jugend-Klima-Gipfel im vergangenen Jahr aus, der Gemeinderat unterstützte das Projekt einstimmig. Zahlreiche Schulen, Kirchen, Vereine, Läden und Betriebe machen mit. Man erkennt sie am Fair-Trade-Logo der Stadt, mit dem sie für ihr Engagement werben dürfen (siehe Kommentar rechts).


31.12.2012 - 08:30 Uhr

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