Die kleine Sensation ist perfekt: Der große Unbekannte, den Mössingens CDU-Fraktionschef Andreas Gammel schon Wochen vor dem ersten öffentlichen Auftreten immer wieder ins Gespräch gebracht hatte, gewinnt die Mössinger OB-Wahl auf Anhieb mit deutlichem Vorsprung: Der 38-jährige Oberschwabe Michael Bulander ist neuer Rathauschef der „Blumenstadt“ – der fünfte Nachkriegsbürgermeister nach Rühle, Kölle, Auer, Fifka.
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Die kleine Sensation ist perfekt: Der große Unbekannte, den Mössingens CDU-Fraktionschef Andreas Gammel schon Wochen vor dem ersten öffentlichen Auftreten immer wieder ins Gespräch gebracht hatte, gewinnt die Mössinger OB-Wahl auf Anhieb mit deutlichem Vorsprung: Der 38-jährige Oberschwabe Michael Bulander ist neuer Rathauschef der „Blumenstadt“ – der fünfte Nachkriegsbürgermeister nach Rühle, Kölle, Auer, Fifka.
Woran lag‘s? Bulander war der Neue, der Unverbrauchte, der in den öffentlichen Vorstellungsrunden auch überraschend forsch und munter auftrat. Das kam bei den Leuten an. Kein verknöcherter Bürokrat aus dem Innenministerium. Er kokettierte gar, verbal, mit einer Sitzblockade, um den heiß ersehnten Ausbau der B 27 auch in Mössingen voranzutreiben.
In seinem Heimatort Herbertingen sei so und mit Traktordemonstrationen eine Umgehung erstritten worden, erzählte er den Leuten hier im Wahlkampf. Zu studentenbewegten Zeiten hätte ihm das zumindest eine Rüge des Polizeiministers eingetragen – Heribert Rech ist seit 2008 der Chef des Neu-Mössingers Bulander. Und als Regierungsdirektor gehört der zum engsten Mitarbeiterstab des Ministers, vertritt ihn sogar im Bundesrat. Dies war sicher auch mit ein Grund, weshalb viele Mössinger/innen Bulander wählten: Der verfügt über gute Beziehungen auch nach „ganz oben“, dachten so manche.
Dass der parteilose Katholik am Ende die Nase aber so deutlich vorne hatte, lag sicher vor allem an zwei Gründen: Bulander vermochte sich von Anfang an als derjenige Kandidat zu präsentieren, der direkt und offen auf die Bürger/innen zugeht, der weit mehr Bürgernähe praktizieren will als sein Vorgänger. Nicht zuletzt im Rathaus.
Und Bulander kam mit diesem von Anfang an immer wiederholten kommunalpolitischen Imperativ „Man muss auf die Bürger zugehen“ in allen Schichten und Bevölkerungsgruppen an – von den Vereinen über den Gesamtelternbeirat bis zu kommunalpolitischen Größen wie etwa Dieter Schmidt, dem langjährigen SPD-Fraktionschef. Er kam auch in allen Stadtteilen an – und warf dort zum Schluss noch ganz geschickt einen dritten Wahlprospekt auf den Markt.
Thomas Hölsch hingegen wurde partout den Ruf nicht los, der ihm von Dußlingen hinterhereilte – als zwar erfolgreicher, aber in seiner Gemeinde eben auch nicht ganz unumstrittener Rathauschef. Dußlingen lag einfach zu nah. Da wurden viele Vorurteile transportiert, auch bewusst Unwahrheiten kolportiert. Das war nicht schön. Es kam Bulander zugute.