Am 31. Januar 1933 demonstrierte fast das halbe Dorf gegen den neuen Kanzler Hitler. 80 Jahre danach erinnert Mössingen an die einmalige Widerstandsaktion - das Jahr 2013 steht ganz im Zeichen des Generalstreiks.
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Ernst Bauer
Mössingen. Es wird dazu sogar eigens ein Theaterstück inszeniert: Am 11. Mai wird der Melchinger Lindenhof zum Kultursommer „Ein Dorf im Widerstand“ aufführen. Erstmals wird der historische Stoff - in der Pausa-Bogenhalle - auf die Bühne gebracht, mit vielen Laienschauspielen, Schülern und Mössinger Bürgern. Weitere Aufführungen sind im Juni, Juli und September.
Gedenktafel an der Mössinger Langgass-Turnhalle. Bild: Bauer
Das ganze Jahre über wird es zum Thema „80 Jahre Mössinger Generalstreik“ Führungen, Vorträge, Diskussionen, Lesungen und Ausstellungen geben (siehe auch Kästchen unten). Mit einem Festakt in der Langgass-Turnhalle, an historischem Ort - dort trafen sich damals die Demonstranten der „antifaschistischen Aktion“ - beginnen die Veranstaltungen zum Gedenken an die mutigen Mössinger, „die den Generalstreik wagten“ (wie auf der Tafel an der Turnhalle steht): Am 31. Januar werden Oberbürgermeister Michael Bulander und Prof. Ewald Frie, Direktor des Seminars für neuere Geschichte der Universität Tübingen, das historische Ereignis beleuchten. Anschließend wird in der Mössinger Kulturscheune eine Ausstellung „80 Jahre Generalstreik“ eröffnet, die Museumsleiter Hermann Berner zusammengestellt hat. Das Stadtarchiv zeigt ab 5. Mai im Rathausfoyer eine weitere Ausstellung „Der Mössinger Generalstreik - Blick ins Archiv“.
Andere Jubiläen, Feste und Vorträge zu runden Jahreszahlen gibt es aber auch sonst noch 2013 in Mössingen zuhauf, wie dem städtischen Veranstaltungskalender zu entnehmen ist: 125 Jahre Liederkranz Belsen wird am 22. Juni gefeiert, 100 Jahre Krankenpflegeverein Mössingen am 25. April und mit einer Ausstellung im Rathaus ab 24. Februar; „30 Jahre Bergrutsch“ ist Thema eines Diavortrags am 3. Mai und ein Schwerpunkt der Mössingen-Präsentation auf der CMT bereits jetzt im Januar (Stuttgarter Messe 12. bis 20. Januar). Dorffeste gibt es in Öschingen am 6./7. Juli und in Belsen am 20./21. Juli. Das Mössinger Apfelfest steigt am 6. Oktober.
Das Kulturprogramm 2013 hat auch einiges zu bieten. Musikalischer Auftakt und zugleich Höhepunkt ist das traditionelle Neujahrskonzert am 18. Januar mit der Württembergischen Philharmonie in der Quenstedt-Aula. Die Reutlinger spielen diesmal Rossini und Strauß. Es gibt noch Karten! Am 16. März gastiert das Musica Varia Ensemble in Mössingen. Das U & D-Festival des Vereins Monokultur mit Punk, Metal, Blasmusik ist traditionsgemäß für 26./27. Juli geplant. Kultursommer und -herbst sind heuer vor allem durch das Lindenhofprojekt „Ein Dorf im Widerstand“ mit massenhafter Bürgerbeteiligung geprägt. Ein Mössinger „Allerlei“-Familienfest kommt am 7. Juli hinzu. Open-Air-Kino gibt es wieder im Freibad vom 8. bis 10. August, Kinderkulturtage vom 28. bis 30. Oktober.
Hier noch die Märkte: Rosenmarkt mit Kunstgalerie am 23. Juni, Trödel- und Flohmarkt auf dem Rathausplatz am 4. Mai, Krämermärkte in der Falltorstraße am 19. März, 12. Juni und 22. Oktober. Weihnachtsmarkt am 7. Dezember 2013.
Und die sportlichen Highlights des neuen Jahres: 10. Mössinger Stadtlauf - auch ein kleines Jubiläum - am 27. April. Nach tropischen Hitzeschlachten in den vergangenen Jahren wird diesmal also etwas früher durch die Innenstadt gerannt. Nord-Walking-Tag in Bad Sebastiansweiler am 9. Juni „rund um den Belsener Butzen“. Drittes Abendsportfest der LG Steinlach im Ernwiesenstadion am 2. August. Und wie immer zum Saisonauftakt, alle Jahre wieder, laden Spvgg und TAGBLATT vom 11. bis 13. Januar zum großen Hallenfußballturnier in die Steinlachhalle.
80 Jahre Mössinger Generalstreik – ein ganzes Jahr lang
Am 31. Januar 2013 wird in der Mössinger Kulturscheune die Ausstellung „80 Generalstreik“ eröffnet; sie ist bis 15. Dezember zu sehen. Neben dem Festvortrag von Prof. Ewald Frie in der Langgass-Turnhalle am 31. Januar gibt es im Laufe des Jahres eine ganze Reihe von Vorträgen und Diskussionen, am 1. Februar spricht der ehemalige Landgerichtspräsident Hans-Ernst Böttcher über „Das Recht des NS-Staates ist Unrecht“. Im Talheimer Verlag erschien ein Programmheft sowie ein Buch zum Thema.
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