Schwere Vorwürfe gegen Loveparade-Veranstalter - Jetzt 21 Tote
Die Suche nach den Schuldigen der Loveparade-Katastrophe wird mit harten Bandagen ausgefochten. Jetzt steht vor allem der Veranstalter in der Kritik.
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Duisburg Nach der Katastrophe bei der Loveparade mit nunmehr 21 Toten und 510 Verletzten ist der Streit über die Verantwortung voll entbrannt. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) machte dem Veranstalter Lopavent GmbH sowie der Stadt Duisburg schwere Vorwürfe. "Der Veranstalter hat die Vorgaben des Sicherheitskonzeptes nicht eingehalten", sagte Jäger. Gegen 15.30 Uhr habe Lopavent die Polizei zu Hilfe gerufen, weil ihm das Geschehen durch den Massenandrang "außer Kontrolle" geraten sei. Und erst am Festivaltag selber habe das Duisburger Polizeipräsidium auf nachdrückliches Ersuchen das Sicherheitskonzept aus dem Rathaus erhalten. "Eine enge vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen einer Stadt als Genehmigungsbehörde und ihrer Polizei stelle ich mir anders vor", so Jäger.
Die Polizeiführung sieht sich vom Veranstalter offenkundig getäuscht. Statt um 10.00 Uhr habe der Veranstalter das Partygelände erst um 12.04 Uhr geöffnet, berichtete der Inspekteur der Landespolizei, Dieter Wehe. Dadurch habe sich an den Eingangsschleusen und auf der Plattform zum Partygelände bereits früh ein Rückstau gebildet. Zudem habe das Ordnerpersonal nicht ausgereicht. Die vom Veranstalter zugesicherten 1000 Securityleute seien für die Polizei "nicht wirksam wahrnehmbar" gewesen.
Nach Darstellung Wehes wurde wegen des großen Andrangs vereinbart, die Eingangsschleusen, für die die Ordner der Veranstalter verantwortlich waren, zu sperren. Dies sei jedoch nicht geschehen, sodass immer mehr Menschen in den Tunnel und auf die Rampe drängten. Die Polizei habe über eine Stunde vor dem Unglück dann gefordert, eine weitere Zugangsrampe zum Festivalgelände zu öffnen. Dafür habe es aber keine ausreichende Zahl an Ordnern gegeben. Dies steht im krassen Gegensatz zu Schilderungen des Veranstalters Peter Schaller. Er hatte erklärt, die Einsatzleitung der Polizei habe die Anweisung gegeben, alle Schleusen vor einem der Tunneleingänge am späteren Unglücksort zu öffnen.
Die Zahl der Todesopfer stieg unterdessen auf 21. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft starb in der Nacht zu gestern eine 25-jährige Frau aus dem nordrhein-westfälischen Heiligenhaus im Krankenhaus. Die genaue Todesursache wird noch ermittelt. jon/apn