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"Habe es selber verbockt"

Maria Riesch nach Abfahrts-Rang acht selbstkritisch

Es ging so trostlos los wie bei der vergangenen WM: Lindsey Vonn gewann die Damen-Abfahrt, Maria Riesch legte als Achte einen enttäuschenden Olympia-Start hin. Die erste von fünf Chancen ist vertan.

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Vor einer Woche hatte sie ihren Start noch in Frage gestellt, gestern zeigte Top-Favoritin Lindsey Vonn einen grandiosen Siegeslauf. Die Amerikanerin wiederholte bei der Olympia-Abfahrt ihren WM-Triumph von Val dIsère, für ihre deutsche Rivalin Maria Riesch blieb nur ein enttäuschender 8. Platz. Die Oberstdorferin Gina Stechert bestätigte die zuletzt gute Form mit dem zehnten Platz - olympia-Tourist ist die Allgäuerin jedenfalls nicht. Maria Riesch wurde in ihrer Konzentration enorm gestört, weil zwei der zahlreichen Stürze unmittelbar vor ihrem Start passiert waren.

Zunächst sorgte die Französin Marion Rolland (Startnummer 20) für eine unfreiwillige Slapstick-Einlage, als sie beim Anschieben aus dem Starthaus schon nach drei Sekunden stürzte.

Schlimm sah es derweil für Anja Paerson (Nummer 21) aus. Die Schwedin lag klar auf Silberkurs, als sie am gefürchteten Zielsprung "Hot Air" unglaubliche 58 Meter weit durch die Luft ruderte und - außer Kontrolle geraten - bei der Landung verkantete.

Längere Unterbrechungen waren daher vor dem Start Maria Rieschs (Nummer 22) die logische Folge. Die Vorzeigeläuferin des DSV wollte diese Vorgeschichte nicht als Entschuldigung für ihre unsicher wirkende Fahrt gelten lassen. "Grundsätzlich habe ich es selber verbockt, das gestehe ich ein. Es nur auf äußere Umstände zu schieben, das wäre zu einfach", erklärte die Garmisch-Partenkirchenerin selbstkritisch.

Der deutsche Damen-Trainer Mathias Berthold hatte nach dem ersten Abfahrtstraining noch deutlich auf den zu gefährlichen Zielsprung hingewiesen: "Da muss der Veranstalter noch etwas ändern, die Sprünge gehen viel zu weit." Entschärft wurde nichts, Paerson war eine der Leidtragenden. Von den Schwierigkeiten auf der Strecke abgesehen, herrschte eine Stimmung der Erleichterung in Creekside. Das nervende Warten nach all den Verschiebungen - verursacht durch das Wetterchaos - hatte endlich ein Ende. Und dieses Warten hatte sich gelohnt, die Strecke "Franzs Run" präsentierte sich nach Minusgraden in der Nacht zuvor in fahrbarem Zustand, allerdings forderte sie den 45 Starterinnen alles ab - für einige war die Aufgabe zu schwierig. Unter den zahlreichen Gestrauchelten war auch die Rumänin Edith Miklos, die nach einem wahren Salto vorwärts durch beide Netze krachte.

Zum ersten Mal seit Beginn der Winterspiele war das komplette Berg-Panorama zu sehen, und das in Sonnenschein gehüllt. Mitten darin sonnte sich Lindsey Vonn mit ihrer "silbernen" Teamkollegin Julia Mancuso im Erfolg.

Einige Experten hatten gemutmaßt, dass ihre schmerzhafte Schienbeinverletzung, ausgelöst duch eine Schuhrandprellung, nur eine Erfindung ihres Ehemannes Thomas war, um den Druck etwas von der Top-Favoritin zu nehmen. Während der Gold-Fahrt war der Speed-Queen, die erneut auf ihre 2,17 m langen Herren-Ski vertraut hatte (Maria Riesch fährt das "normale" Damenmaterial mit 2,10), kein Handicap am Fuß anzumerken. "Es ist das coolste Gefühl, das ich jemals hatte", meinte Dauer-Lächlerin und Seriensiegerin Lindsey, "es war ein Kampf von oben bis unten."

Große Freude herrschte auch im Lager der Österreicher. Mit der Bronzemedaille für Elisabeth Görgl hatten die wenigsten gerechnet. Damit fuhr die dreimalige Weltcup-Siegerin in den Spuren ihrer Mutter Traudl Hecher, die 1960 in SquawValley (USA) und 1964 in Innsbruck (1964) jeweils Bronze gewonnen hatte. "Eine Riesengschicht", brachte Elisabeth noch hervor, ehe ihr nur so die Freudentränen übers Gesicht rannen.

Eitel Sonnenschein beim US-Team und im Austria-Lager, Frust bei der deutschen Mannschaft - aber nur kurzzeitig, denn bereits heute (18.30/21.30 Uhr) steht mit der Kombination die nächste Chance für Maria Riesch an, "da kann ich mich wenigstens nur ein bisschen ärgern. Mit der Kombi gibt es gleich eine neue Chance, vielleicht klappt es ja dann."

18.02.2010 - 08:30 Uhr | geändert: 18.02.2010 - 08:30 Uhr

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