Vorsicht, Taschendiebe!
Gauner machen nie Urlaub: Wertsachen bei Städtereisen am Körper tragen
In den Ferien ist man meist
locker und entspannt unterwegs. Diese besondere Urlaubsstimmung nutzen Diebe aus: Sie schlagen gewieft und blitzschnell zu - vor allem im
Gedränge ferner Metropolen.
Auch im Gedränge auf dem Markusplatz in Venedig greifen Diebe zu. Archivfoto
Hamburg Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen, lautet ein bekanntes Sprichwort. Leider gibt es nicht immer nur Positives zu berichten. Zum Beispiel, wenn man bestohlen wurde. Die Diebe sind kreativ: Manche kommen auf Touristen zu und flüstern ihnen verschwörerisch "Haschiiiisch, Haschiiiisch" ins Ohr, während sie unter der "Flüsterhand" dem Opfer in die Tasche greifen. Andere beschmieren das Ziel ihrer Aktion unbemerkt mit Schokolade und geben dann laut lamentierend vor, beim Abwischen zu helfen.
Passieren kann einem das im Prinzip überall, doch manchmal ist das Risiko besonders hoch. Etwa auf einer Städtereise. Zum einen ist man dabei leicht als Tourist zu erkennen - an der Kamera, dem Camcorder und dem Stadtplan. Zum anderen gibt es in jeder Stadt Punkte, an denen sich außergewöhnlich viele Menschen sammeln - angelockt von besonderen Sehenswürdigkeiten oder Attraktionen, Einkaufsstraßen oder Märkten. Berühmte Plätze mit erhöhten Chancen, sein Bargeld und andere Wertgegenstände loszuwerden, sind etwa in Rom die Piazza Navona und die Spanische Treppe, der Markusplatz in Venedig oder die berühmte Flaniermeile "Las Ramblas" in Kataloniens Hauptstadt Barcelona.
Häufig ist man an solchen Orten abgelenkt und achtet nicht so sehr auf seine Umgebung. Und das nutzten Diebe und Räuber nicht selten aus, warnt Eva Wiedemann von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes: "Überall dort, wo Gedränge herrscht, tummeln sich häufig Taschendiebe, die blitzschnell zugreifen und dann sofort in der Menschenmenge untertauchen." Und diese wissen, dass sich das lohnt.
Denn bei der Stadtbesichtigung haben viele nicht nur teure Kameras, sondern auch einiges an Bargeld dabei - schließlich muss man sich ja auch verpflegen. Und Kredit- oder EC-Karten stecken ebenfalls im Portemonnaie, denn meistens steht bei einer Städtereise auch Shopping auf dem Programm.
"Taschendiebe gehen meist arbeitsteilig in Teams von mindestens zwei Tätern vor", sagt Wiedemann. Dabei nutzten sie häufig ähnliche Tricks: Einer lenkt das Opfer ab, zum Beispiel durch Anrempeln, Beschmutzen und Säubern der Kleidung, aber auch der Frage nach dem Weg und dem Vorhalten eines Stadtplans. Ein anderer verübt den Diebstahl, welchen man durch die Ablenkung erst bemerkt, wenn es zu spät ist.
Wiedemann empfiehlt, alles möglichst dicht am Körper zu tragen: "Geld, EC- und Kreditkarten, Handy, Schlüssel und Papiere sind am besten in verschlossenen Innentaschen der Kleidung aufgehoben." Auch Brustbeutel, Gürteltasche, Geldgürtel oder am Gürtel angekettete Geldbörsen sind geeignet.
Besondere Vorsicht ist auch im Restaurant oder im Straßencafé angebracht. Man sollte dort nie die Tasche oder Kamera einfach abstellen oder an die Stuhllehne hängen.
Ist es zu einem Diebstahl gekommen, sollte man - auch wenn man nur Zeuge ist - schnell reagieren: "Wichtig ist, andere Personen auf den Dieb beziehungsweise den Diebstahl aufmerksam zu machen und sie direkt zur Mithilfe aufzufordern", sagt die Expertin und warnt vor falschem Heldentum. Man selbst sollte sich möglichst viele Tätermerkmale einprägen.
Mehr als eine nette Geste ist es, sich um das bestohlene Opfer zu kümmern und sich auch als Zeuge zur Verfügung zu stellen.
Ist man selbst das Opfer, sollte man sämtliche Karten sofort sperren lassen. Am besten sei es, den Vorfall umgehend und direkt an die Polizei zu melden: "Hier kann die EC-Karte durch das so genannte KUNO-Sicherheitssystem zeitnah für das elektronische Lastschriftverfahren, für das nur eine Unterschrift und keine PIN-Nummmer benötigt wird, gesperrt werden", sagt Wiedemann. ddp/sk
Info Informationen zum Sperrsystem für Kreditkarten finden sich im Internet unter kuno-sperrdienst.de.
Auf den Internetseiten der Polizeilichen Kriminalprävention gibt es außerdem Tipps zur Sicherheit auf Reisen und zu vielen anderen Themen: polizei-beratung.de