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Mehr Druck auf Piraten

EU: Kampf soll künftig auch auf dem Festland geführt werden

Die EU will ihre Anti-Piraten-Mission vor Somalia aufs Festland ausweiten. Dazu sollen EU-Ausbilder rund 2000 somalische Soldaten trainieren. Grund ist die immer noch steigende Zahl von Angriffen.

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HANNA ROTH BRÜSSEL.

Sie kapern Schiffe, nehmen Geiseln und erpressen Millionen Lösegeld: Trotz der EU-Mission Atalanta im Golf von Aden schlagen Piraten immer heftiger zu. Jetzt ist die EU mit ihrer Geduld am Ende. Gegen die Seeräuber soll jetzt auch an Land vorgegangen werden. Dafür will die Gemeinschaft somalische Sicherheitskräfte ausbilden. Die EU-Verteidigungsminister sollen bei ihrem Ratstreffen am Dienstag die Mission im Grundsatz beschließen.

Der Golf von Aden gilt immer noch als die gefährlichste Seestraße der Welt. Obwohl die EU-Mission Atalanta seit Beginn des Jahres in dem Gebiet im Einsatz ist, reißen die Attacken der somalischen Piraten nicht ab. Im Gegenteil: Seit die EU-Schiffe Patrouille fahren, haben sich die Angriffsversuche sogar vermehrt. So waren die Piraten in diesem Jahr zwar nur bei einem von neun Überfällen erfolgreich - im vergangenen Jahr lag die Enter-Quote noch bei einem von sechs Schiffen. Doch gerade weil die Attacken aufgrund der Militärpräsenz oftmals schiefgehen, greifen die Piraten nun schlicht häufiger an. Das geht aus einem Bericht der Internationalen Seefahrtsbehörde hervor.

So zählte die Organisation im vergangenen Jahr insgesamt 293 Übergriffe. In diesem Jahr schlugen die Piraten allein von Januar bis September 306 Mal zu. Dabei brachten sie 34 Schiffe in ihre Gewalt und nahmen 661 Geiseln. Millionensummen in zweistelliger Höhe erpressten sie als Lösegeld. In der vergangenen Woche kaperten die Piraten drei Schiffe. Jüngster Fall: Am Donnerstag musste Atalanta vermelden, dass der griechische Frachter "Filitsa" samt der 22 Besatzungsmitglieder rund 650 Kilometer nördlich der Seychellen entführt wurde.

"Die Piraterie am Horn von Afrika ist nach wie vor die zentrale Herausforderung für die EU", sagt ein hoher EU-Diplomat. Man wisse, dass der Kampf aber nur an Land gewonnen werden könne. Deshalb will die EU ihr Engagement ausweiten: Im Rahmen einer Ausbildungsmission sollen rund 2000 somalische Sicherheitskräfte durch europäische Militärs trainiert werden. Es handelt sich dabei nicht um Polizisten, sondern um "Armeekräfte", die zur Befriedung des vom Bürgerkrieg zerrissenen Landes eingesetzt werden sollen. Konkret sollen die Soldaten die Autorität der Übergangsregierung des Präsidenten Sheik Sharif Ahmed stärken.

Man wolle Offiziere und Unteroffiziere schulen, heißt es aus Diplomatenkreisen. Die Ausbildungsmission soll in Uganda stattfinden und ist zunächst auf ein Jahr angedacht. Am Dienstag wollen die Verteidigungsminister einen Grundsatzbeschluss zur Planung des Einsatzes fassen. Weitere Einzelheiten sollen aber noch nicht entschieden werden.

14.11.2009 - 08:30 Uhr

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