Der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart verlangt Zuwendung zu den Opfern sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche, Schuldeingeständnisse und Vorbeugung.
Schöntal. Der Diözesanrat verabschiedete bei seiner Sitzung am Samstag im Kloster Schöntal (Hohenlohe) eine Erklärung zu den Fällen sexuellen Missbrauchs. Zuvor hatte der Vorsitzende der „Kommission Sexueller Missbrauch“, Robert Antretter, dem Gremium über berichtet und die Vorgänge als Skandal bezeichnet.
Die Katholikenvertretung fordert eine einfühlsame Zuwendung zu den Opfern, ein Schuldeingeständnis der Täter und Prävention, die dem aktuellen Stand der Wissenschaft entspreche. Die Delegierten stellten sich, so heißt es in der gestern veröffentlichten Pressemitteilung, hinter die offensive Strategie von Bischof Gebhard Fürst bei der Aufarbeitung der zumeist lang zurückliegenden Ereignisse und hinter die Tätigkeit der Kommission.
„Tief empfundenen Anteilnahme“ zollen die 120 Diözesanräte und -rätinnen den missbrauchten Opfern. Sie achten „den Mut, diese schmerzhaften und belastenden Erfahrungen öffentlich zu machen“. Die verantwortlichen Einrichtungen fordern sie auf, umfassend an der Aufklärung mitzuwirken und Verfehlungen konsequent zu ahnden. Es gelte, den Opfern dabei „zu helfen, mit dem, was ihnen angetan wurde, leben zu können“.
Von den Misshandlern fordert der Diözesanrat, sich ihrer Schuld zu stellen. Dazu gehöre die Auseinandersetzung mit ihrer pädophilen Neigung und die Bereitschaft, einen verantwortungsvollen Umgang damit zu lernen. Die Kirche müsse „ihre hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter mit pädophiler Neigung konsequent und ausnahmslos von Arbeit mit Kindern und Jugendlichen fernhalten und sie verpflichten, sich einer Therapie zu unterziehen.“
Präventive Maßnahmen müssten in Zusammenarbeit mit Fachleuten „kontinuierlich an die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft“ angepasst werden. Im kirchlichen Raum sei dies die Aufgabe der „Verantwortlichen für Ausbildung, Personalführung und Jugendarbeit im Bischöflichen Ordinariat, in den Verbänden und kirchlichen Einrichtungen“.
Der Diözesanrat will sich über die Präventionsmaßnahmen in der Diözese auf dem Laufenden halten. Er sprach der Kommission sein volles Vertrauen aus und zollte Bischof Gebhard Fürst für seinen „verantwortungsvollen und zielführenden Umgang“ mit den Verdachts- und Missbrauchsfällen Respekt. gef