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Kassenärztliche Vereinigung warnt

Angst um Bestand ärztlicher Versorgung

Die ärztliche Versorgung im Land gilt als vergleichsweise gut. Die Kassenärztliche Vereinigung warnt aber vor Nachwuchsmangel auf dem Land.

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ROLAND MUSCHEL

Stuttgart Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg, kurz: KVBW, sieht die ambulante ärztliche und psychotherapeutische Versorgung im Südwesten auf hohem Niveau. "Mit seinem flächendeckenden, dichten Netz an wohnortnahen zugelassenen Haus- und Fachärzten" stehe das Land "mit an der Spitze in Deutschland", sagte KVBW-Vorstandsmitglied Gisela Dahl bei der Vorstellung des neuen Versorgungsberichts. Danach kommt landesweit rechnerisch ein Hausarzt auf 1500 Einwohner.

Trotz der guten Ausgangslage warnt die Kassenärztliche Vereinigung mit Blick auf die künftige Versorgung speziell in ländlichen Regionen vor "einer Zeitbombe, die tickt, ohne dass dies wirklich wahrgenommen wird". Schon heute sei es schwierig, für Praxen auf der Schwäbischen Alb oder in Schwarzwaldtälern Nachfolger für Ärzte zu finden, die sich zur Ruhe setzen wollen. Das Problem dürfte sich verschärfen: 23 Prozent der Hausärzte im Land sind über 60 Jahre alt - zugleich sinkt die Bereitschaft der Jungen, auf dem flachen Land eine Praxis zu betreiben. "Diese Entwicklung macht uns große Sorgen", sagte Dahl. Sie forderte daher die Kommunen auf, sich stärker um junge Nachfolger für bestehende Praxen zu bemühen und beispielsweise ein attraktives Schul- und Freizeitangebot zu unterhalten: "So wie man sich um Gewerbeansiedlungen bemüht, so muss man sich um junge Ärzte bemühen." Auch müsse die Politik Lebensentwürfe, die nicht mehr mit dem Bild des Arztes im Dauereinsatz zu vereinbaren sind, berücksichtigen. So solle die Notfallversorgung an Wochenenden und abends durch die Einrichtung weiterer Notfallpraxen verbessert werden, damit Hausärzte in kleinen Gemeinden auch zu ihrem Wochenende kämen.

Die Kassenärztliche Vereinigung regt zudem an, die Strukturen in der Ausbildung der Mediziner zu reformieren. So müsse man über Alternativen zum Numerus Clausus nachdenken und während des Studiums mehr Interesse für den Beruf des Hausarztes wecken. Um die Tätigkeit wieder attraktiver zu machen, müsse sich aber auch finanziell vieles ändern. Denn gerade durch die jüngste Honorarreform und den Gesundheitsfonds hätten sich in Baden-Württemberg die Arbeitsbedingungen massiv verschlechtert.

18.03.2010 - 08:30 Uhr
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