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Jemen: Flüge gestoppt

Alarm nach Paketbombenfund - Hinweise von Al-Kaida-Überläufer

Flüge aus dem Jemen nach Deutschland sind bis auf weiteres eingestellt. Nach dem Fund zweier Paketbomben wird über die Flugsicherheit diskutiert.

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SWP

Berlin Mit einem Verbot von Flügen aus dem Jemen hat Deutschland auf die jüngsten Paketbombenfunde reagiert. Sowohl Frachtflüge aus dem arabischen Land als auch der Linienverkehr der nationalen Luftfahrtgesellschaft Yemenia nach Deutschland wurden nach Regierungsangaben bis auf weiteres eingestellt. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) teilte mit, dass nach Bekanntwerden des Vorfalls sofort die vollständige Überprüfung aller Luftfrachtgüter aus dem Jemen angeordnet worden sei. Das betreffe nicht nur die amerikanischen Logistikunternehmen UPS und Fed-Ex, sondern auch die deutsche DHL am Drehkreuz Leipzig. Das Luftfahrtbundesamt sei ferner angewiesen worden, allen jemenitischen Luftfahrtunternehmen, die nach Deutschland flögen, ein Einflugverbot zu erteilen. "Dies Maßnahme ist am Sonntag in Kraft getreten." Schließlich habe er den Auftrag an die Deutsche Flugsicherung erteilt, direkte und indirekte Flüge aus dem Jemen abzuweisen und so keinen Einflug in oder über deutsches Hoheitsgebiet zuzulassen.

Anlass sind die Funde von zwei im Jemen mit Ziel Chicago aufgegebenen Paketen, bei denen es sich um versteckte Bomben handelte. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen waren die Standard-Druckerpatronen mit 300 beziehungsweise 400 Gramm geruchslosem Sprengstoff PETN gefüllt. Ein Zündmechanismus hätte ersten Erkenntnissen zufolge mittels Mobiltelefon in Gang gesetzt werden können.

Ein entscheidender Hinweis kam nach Angaben jemenitischer Geheimdienstkreise von einem Al-Kaida-Überläufer. Der Mann namens Dschabir al-Fajfi habe sich im vergangenen Monat den saudiarabischen Behörden gestellt. Er habe dann in Saudi-Arabien Details über den Plan von Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel berichtet.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich gestern auf dem Flughafen Köln/Bonn über Sicherheitsvorkehrungen bei der Luftfracht informiert. Im Frachtbereich des Köln/Bonner Flughafens war eines der für die USA bestimmten Sprengstoffpakete aus dem Jemen umgeladen worden. Es gehe nun um eine Verbesserung der Sicherheit, sagte de Maizière. "Es macht Sinn, das europäisch zu tun." Deshalb werde das Thema die EU-Innenministerkonferenz in dieser Woche beschäftigen. dapd

02.11.2010 - 08:30 Uhr

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