Ihre Meinung zu »Mary & Max, oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?«

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08.09.2010
Mich schon lange nicht mehr so ausdauernd totgelacht. Gehört ab sofort eindeutig zu meinen Lieblingsfilmen!! Unbedingt anschauen!
christina

06.09.2010
Skurriler Film, der mit einem ausgezeichneten trockenen Humor bezaubert!
Mareike

Ihre Meinung zu »Mary & Max, oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?«
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Leser-Kommentare
08.09.2010
Mich schon lange nicht mehr so ausdauernd totgelacht. Gehört ab sofort eindeutig zu meinen Lieblingsfilmen!! Unbedingt anschauen!
christina

06.09.2010
Skurriler Film, der mit einem ausgezeichneten trockenen Humor bezaubert!
Mareike

Mary & Max, oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?

Vielfach preisgekrönter Knetfigurenfilm für Erwachsene über zwei Außenseiter, die eine wundersame Brieffreundschaft verbindet.

Mary & Max
Australien 2009

Regie: Adam Elliot

92 Min. - ab 12 Jahren
TAGBLATT-Wertung
    Leser-Wertung

Mich schon lange nicht mehr so ausdauernd totgelacht. Gehört ab sofort eindeutig zu meinen Lieblingsfilmen!

Mobbing, Fresssucht, zu viel Alk auf dem Sofa und eine Fernsehserie als einziger Trostfaktor – Australien (und New York) in Adam Elliots vielfach preisgekröntem Knetfiguren- Animationsfilm „Mary & Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?“ riechen vernehmlich nach Gegenwart, was die psychischen Absonderlichkeiten angeht. Dabei beginnt alles im Jahr 1976, im kleinstädtischen Melbourner Vorort Mount Waverley.

Im Leben der kleinen Mary mit dem kackbraunen Muttermal auf der Stirn ist von buntem Hippie- Flair, Hoffnung und Aufbruch überhaupt nichts zu spüren. Ihre Lieblingsfarbe ist Braun. Ihr Vater interessiert sich nur für seine ausgestopften Vögel (schon was Plastilin an gefiederten Kreaturen hergibt, ist zum Hinwerfen). Ihre schrille Mutter dimmt den ereignislosen Alltag mit Sherry, und in der Schule ist die unauffällige Kleine Dauerkandidatin für fiese Hänseleien.

All das wirkt wie von einem düsteren Grauschleier überzogen, als habe der Filmemacher sich außer beim recht jungen Genre des Animationsfilms bei der Schauerromantik bedient und die Atmosphäre in einem Gruselschloss kurz vor Mitternacht nachempfunden. Farbe (Rot) ist fast ausschließlich Details wie Lippen, Zungen und Bommeln vorbehalten.

Schließlich beginnt Mary zu handeln. Nach bester Ratgebermanier sucht sie sich einen Brieffreund, um aus ihrer Isolation herauszukommen. Auf dem Postamt (das Internet ist noch fern) blättert sie im Telefonbuch von New York und notiert sich Name und Adresse von Max Jerry Horowitz. Ein Schoko-Paket samt Brief knüpft den Erstkontakt.
Zwar ist durch einen wunderbaren Zufall auch Max ein großer Schoko-Fan, ansonsten aber ist er ein denkbar ungeeigneter Briefpartner.

Fast 40 Jahre älter, sichtlich immer dicker werdend und voller Neurosen, ist er genauso isoliert wie Mary. Damit ist schon klar, dass sich kein wundersames Happy End anbahnen wird. Stattdessen kann sich der Zuschauer freuen an den bizarr selbstbezogenen Mitteilungen, die die beiden einander zukommen lassen: Ob Babys in Biergläsern gefunden werden, oder, in Amerika, vielleicht in Coladosen?

Jedes kleinste (Knet-)Detail ist mit liebevoller Präzision ausgestaltet, und Max’ New York erscheint als dräuendes Mini-Metropolis. Im englischsprachigen Original leihen Hollywoodstars wie Philip Seymour Hoffman (Max) und Eric Bana (Marys zeitweiliger Ehemann Damian) den Figuren ihre Stimme.

Schwarze Fantasie bringt einfache Knetmasse zu expressionistischer Bildkraft.

Flashplayer benötigt.

Dorothee Hermann



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