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Die Fremde

In ihrem Comeback-Film spielt Sibel Kekilli eine junge Türkin, die vor ihrem gewalttätigen Ehemann aus Istanbul nach Berlin flieht.

Deutschland 2009

Regie: Feo Aladag
Mit: Sibel Kekilli, Settar Tanriögen, Derya Alabora, Florian Lukas
119 Min. - ab 12 Jahren
TAGBLATT-Wertung
    Leser-Wertung

Immer im Morgengrauen flieht die junge Türkin Umay (Sibel Kekilli). Zuerst aus Istanbul, vor ihrem gewalttätigen Mann. Ihren Sohn Cem (Nizam Schiller) nimmt sie mit nach Deutschland. Dann sogar vor ihrer Familie in Berlin, bei der sie Halt sucht, aber nicht findet. Sie wird von ihrem Vater verstoßen, weil sie die Familie durch das Verlassen ihres Ehemannes entehrt hat. Jedes Mal wünscht man ihr, dass es mit dem neuen Morgen klappt — ein unabhängiges Leben für die alleinerziehende Mutter.

Regisseurin Feo Aladag gelingt es, den Konflikt der türkischen Familie zwischen Tradition und Moderne glaubwürdig darzustellen. Dabei spielen besonders Licht und Schatten und die sparsam, aber wirkungsvoll eingesetzte Musik eine große Rolle bei der Darstellung von Gefühlen und Beziehungen innerhalb der Familie. Die Schwestern Umay und Rana (Almila Bagracik) reden erst auf Deutsch miteinander. Aber als Rana gesteht, dass sie verliebt ist, wechselt sie in ihre Muttersprache: Türkisch. Schön, dass hier nicht synchronisiert wurde. Die Untertitel stören das Kinovergnügen keineswegs.

Nicht nur in ihrer Familie wird Umay zur Fremden, auch ihre deutsche Freundin versteht ihr Problem nicht. Stipe (Florian Lukas), mit dem Umay wieder eine Beziehung eingeht, möchte ihr helfen. Das Thema Ehrenmord wird eher subtil mit Bildern, als mit Worten eingeführt. Der Mord steht am Anfang und Endes des Films. Das Happy-End bleibt wie erwartet aus, unerwartet ist der Schluss trotzdem.

Dieser zweisprachige Film verbindet Kulturen. Traurigschön, auch ohne Happy-End.

Flashplayer benötigt.

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