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Bright Star

Jane Campion ("Das Piano") erinnert an die tragische Liebe des Dichters John Keats zu einer Schneiderin im England des 19. Jahrhunderts.

GB 2009

Regie: Jane Campion
Mit: Ben Whishaw, Abbie Cornish, Paul Schneider, Kerry Fox
119 Min. - ab 6 Jahren
TAGBLATT-Wertung


Leser-Wertung

Sie sind die Vorboten einer neuen Zeit. Die australische Regisseurin Jane Campion („Das Piano“) gibt der bald 200 Jahre zurückliegenden Liebesgeschichte zwischen dem Dichter John Keats und seiner Nachbarin Fanny Brawne eine eigentümliche Aktualität.

Fanny (Abbie Cornish) wirkt wie die selbstbewusste Designerin einer hippen Londoner Modeschule, und gar nicht wie eine kleine Schneiderin gut 80 Jahre vor den Suffragetten. Keats (Ben Whishaw) hat etwas Verletzliches, als könne ihm jeden Augenblick etwas zustoßen, das nie wieder gutzumachen ist.

Erst allmählich werden die beiden immer weiter zurückgestutzt auf die Konventionen des frühen 19. Jahrhunderts. Denn Fannys Familie ist strikt gegen diese Zuneigung. „Er darf dich nicht mögen. Er hat kein Geld und kein Einkommen“, warnt die Mutter (Kerry Fox). Keats Freund George Brown (Paul Schneider) höhnt, der Dichter werde in jedem Londoner Salon zwei oder drei Verehrerinnen wie Fanny finden. In gewisser Weise wird das beide das Leben kosten, und je länger der Film währt, desto deutlicher wird ihnen das.

So wird die Schmetterlingszucht, die Fanny eines Sommers anlegt, zum Bild für eine Liebe, die unter den Bedingungen der Realität nicht bestehen kann. Es sind wunderschöne Kreaturen, die eine einzige unachtsame Geste ihrer menschlichen Besitzer leicht auslöschen kann.

Die opulente Ausstattung hakt jede Menge Großbritannien-Klischees ab: Frühlingswiesen voller Narzissen, im Wald schimmern blaue Hasenglöckchen. Die detailgenauen Interieurs wirken wie ein Traum des britischen National Trust, die historischen (Herren-)Häuser in seinem Besitz nicht nur wie gewohnt für Besucher zugänglich zu machen, sondern als Filmsets quasi wieder mit Leben zu erfüllen.

 

Dorothee Hermann
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