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Silent Waters

KHAMOSH PANI
Pakistan 2002

Regie: Sabiha Sumar
Mit: Kiron Kher,Aamir Malik,Navtej Johar
110 Min. - ab 0 Jahren
TAGBLATT-Wertung
    Leser-Wertung

Saleem ist ein ganz normaler Teenager. Sagt seiner Mutter, er gehe in die Moschee und trifft sich statt dessen mit seiner Flamme zum Knutschen. Doch mit dem easy way of life ist es in dem pakistanischen Film „Silent Waters“ bald vorbei.

Wir befinden uns im Jahr 1979. General Zia ul-Haq hat sich an die Macht geputscht und will Pakistan in einen islamistischen Staat verwandeln. Auch im Dorf Charki, wo Saleem mit seiner allein erziehenden Mutter lebt, bricht eine neue Zeit an. Zwei Schwarzbärtige aus der Stadt breiten vor den zunächst mäßig beeindruckten Einwohnern ihren religiösen Schwurbel aus. Schon bald mündet die Propaganda in massiven Tugendterror (die Mauer der Mädchenschule wird erhöht) und schließlich in nackte Gewalt gegen Andersdenkende und -gläubige.

Warum der im Geist der Toleranz erzogene Saleem nicht zum Widerstandskämpfer wird (zumal seine Mutter und seine Freundin zu den ersten Opfern des Systemwechsels gehören), sondern sich ohne viel Umschweif den Fanatikern anschließt, wird nicht recht klar. Allenfalls vermuten kann man, dass er im Zeichen keimender Frauen-Emanzipation um seine Privilegien fürchtet. Auch andere Figuren und Handlungsstränge sind eher nach dem Bild eines plakativen Politthrillers geformt, als von analytischer Schärfe durchdrungen.

Dennoch tut man sich schwer, den Film dafür zu kritisieren. Denn weit wichtiger als fundierte Ursachenforschung ist der Regisseurin Sabiha Sumar, die Folgen des Fundamentalismus, die Vernichtung jeglicher Humanität, drastisch zu veranschaulichen. So straight diese Geschichte erzählt ist, so irritierend ist allerdings ihr Ende, das weder Erlösung noch ein irgendwie sinnhaftes Opfer bereithält. Politisch macht die Skepsis Sinn: Schließlich ist in Pakistan noch immer nicht entschieden, ob der Weg ins Mittelalter oder in die Moderne führen soll.

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