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Arena im Hollywood-Glanz

Regisseur Franco Zeffirelli ist der Star der 88. Opernfestspiele in Verona

Erstmals in der Operngeschichte der Arena di Verona lagen die Inszenierungen aller fünf Opern in einer Hand: die größte Ehre für die 87-jährige Regielegende Franco Zeffirelli. Das Publikum ist begeistert.

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CHRISTA KANAND
Artikelbild: Regisseur Franco Zeffirelli ist der Star der 88. Opernfestspiele in Verona Franco Zeffirellis "Aida"-Inszenierung bewegt Massen auf der Bühne und in der Arena von Verona. Foto: Christa Kanand

Verona Große Opernklassiker unterm Himmelszelt lassen in der Weltkulturerbe-Stadt Verona bei hochsommerlichen Temperaturen keinen kalt. Bis zu 500 Mitwirkende, gewaltige Chöre, Massen an Statisten, großartige Ballettszenen, Lichtspiele, gigantische Bühnenbauten sowie erstklassige Musiker und stimmprächtige Solisten von Weltrang - die Arena di Verona macht ihrem Ruf als größtes Opernfestival der Welt auch heuer alle Ehre. Mit zwei Weltstars: Placido Domingo und Franco Zeffirelli, dem die 88. Auflage seit 1913 gewidmet ist. Dem berühmten Film-und Opernregisseur, Callas-Freund und Ausstattungskünstler par exellence, dem Tradition und Werktreue heilig sind, wurde die bisher einmalige Ehre zuteil, alle fünf Opern der Saison, die am 29. August endet, zu inszenieren.

Grundpfeiler der Operngeschichte mit exotischem Flair: die Puccini-Opern "Madame Butterfly" und "Turandot", mit der Placido Domingo 1969 als damals 28-Jähriger sein Arena-Debüt gab und die er heuer an drei Abenden dirigiert, Bizets "Carmen" mit Marcelo Álvarez, dem Welttenor und zweifachen Echo-Gewinner, als Don José und in Verdis "Il Trovatore" als Manrico; und natürlich die Gallionsfigur der Arena - Verdis Wüstenoper "Aida" im Goldrausch, mit Pyramide, Pharaonen, Fackelträgern, Fanfaren und Triumph-Marsch. "Das elektrisiert mich förmlich", bekannte im Vorfeld der 87-jährige Starregisseur, den man selten ohne Zigarette sieht, "und weckt eine kreative Begeisterung wie ich sie seit geraumer Zeit nicht mehr gespürt habe".

Kein Abgesang auf einen Hochbetagten vor seinem Tod, wie Zeffirelli selbst mal gefrotzelt hatte, steckt dahinter, sondern die Achtung vor seinem Lebenswerk. Die Regie in der Shakespeare-Verfilmung "Romeo und Julia" mit der Oscar-Nominierung 1969 war der Durchbruch für Zeffirelli, der 1923 in Florenz geboren wurde. Rund zwei Dutzend Filme mit Weltsstars wie Elizabeth Taylor, Richard Burton ("Der Widerspenstigen Zähmung") oder Mel Gibson, TV-Mehrteiler ("Jesus von Nazareth"), weltweite Operninszenierungen und Opernfilme brachten Ruhm und Preise. Zwei Legislaturperioden saß Zeffirelli, der in Rom lebt, für Silvio Berlusconis Forza Italia im Senat.

Anlass für die Hommage war zudem ein kleines Jubiläum - die 15-jährige Zusammenarbeit des Meisterregisseurs mit der Arena. Zugleich ein strategischer Schachzug der Arena-Fondazione-Leitung, mit Zeffirellis publikumswirksamen Inszenierungen Besucher aus aller Welt und aller Couleur zu locken. Opern-Juwelen im Breitwandformat der 1500-Quadratmeter-Bühne und Hollywood-Glanz sind schließlich ein Erlebnis auch für Nicht-Opern-Fans. Trotz finanzschwacher Zeiten peilt Verona die 500 000-Besucher-Marke an.

Im Rollstuhl nahm Zeffirelli die Ovationen der mehr als 14 000 Zuschauern bei der ausverkauften Festival-Eröffnung nach der "Turandot"-Neuinszenierung mit Maria Guleghina aus der Ukraine in der Titelrolle entgegen. "Durch das hohe Alter ist der Maestro nicht mehr so mobil", sagte Pressedirektorin Francesca Zardini, "aber geistig überaus helle und ideensprühend. Das Publikum liebt ihn".

14.08.2010 - 08:30 Uhr
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