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Unendlich und unglaublich

Pixar bringt jedes Jahr einen großartigen Animationsfilm heraus

Mit "Toy Story 3" kommt im Juli ein neuer Filmhit des Pixar-Animationsstudios in die deutschen Kinos. Was für eine Erfolgsgeschichte.

MAGDI ABOUL-KHEIR
Artikelbild: Pixar bringt jedes Jahr einen großartigen Animationsfilm heraus Pixar-Meisterwerke "Ratatouille" ...

Eine Ratte, die Meisterkoch werden will. Ein Roboter, der allein jahrhundertelang die vermüllte Erde aufräumt. Ein deprimierter alter Mann, der mittels tausender Ballons mit seinem Haus abhebt. Eine Familie von ungeliebten Superhelden, die sich mit dem öden Alltag herumschlagen muss. Was sind das nur für Helden, die sich das amerikanischen Pixar-Animationsstudio immer wieder ausdenkt?

Es sind Charaktere aus Pixeln - doch so voller Herzblut zu filmischen Leben erweckt, so voller Gefühle und Tiefgang, dass sie weltweit begeistern, berühren. Kaum ein Markenname steht derart für konstante hohe Qualität wie Pixar.

Andere Animationsschmieden mögen Pixar zuweilen kommerziell überflügeln (Dreamworks mit "Shrek", Fox mit "Ice Age"). Doch auch Pixar macht reichlich Kasse und wird von Kritikern heiß geliebt. Dazu kommen die Oscars, die Pixar regelmäßig gewinnt, und andere Ehrerbietungen: 2009 eröffnete "Oben" die Festspiele in Cannes, und in Venedig erhielt Pixar-Mastermind John Lasseter den Goldenen Löwen fürs Lebenswerk.

Artikelbild: Pixar bringt jedes Jahr einen großartigen Animationsfilm heraus ... "Findet Nemo" ...

Nun ist "Toy Story 3" in den USA angelaufen, begleitet von euphorischen Zuschauerreaktionen und Elogen der Presse - 15 Jahre, nachdem mit dem ersten "Toy Story"-Abenteuer rund um Cowboy Woody und Astronaut Buzz Lightyear die Erfolgsgeschichte begonnen hatte. In Deutschland läuft der Film am 29. Juli an.

Die Wurzeln der Pixar Animation Studios liegen in George Lucas Effektschmiede ILM, Apple-Mitbegründer Steve Jobs kaufte die Computer-Tüftlerriege 1986 für zehn Millionen Dollar heraus. In diesem Jahr machte Pixar mit dem Kurzfilm "Luxo jr." dann erstmals auf sich aufmerksam. Der Titelheld, eine Schreibtischlampe, ziert bis heute als Logo jeden Pixar-Filmvorspann.

Als 1995 mit "Toy Story" der erste abendfüllende Computer-Animationsfilm herauskam, war das eine Revolution. Vor allem bei Disney, der Nummer eins im Trickfilmgewerbe, rieben sich alle die Augen - man hatte den Trend verschlafen und zu lange auf traditionelle Animation gesetzt. Disney stieg als Co-Produzent bei Pixar ein, für Marketing und Verleih zuständig. Anfang 2006 übernahm Disney dann Pixar komplett, für 7,4 Milliarden Dollar.

Artikelbild: Pixar bringt jedes Jahr einen großartigen Animationsfilm heraus ... und "Toy Story 3".

Fast jedes Jahr erscheint nun ein neues Pixar-Werk, Filme voller Raffinesse, Witz, Tempo: zuletzt "Ratatouille, "Wall-E", "Oben". Dass sich die Technik dabei stets weiterentwickelt, versteht sich von selbst: Pixar-Filme sehen mit ihrem Detailreichtum und den hyperrealistischen Oberflächen zunächst mal toll aus. Doch High-Tech und Ästhetik erklären noch nicht den Erfolg und die Qualität: Die liegen darin begründet, dass Geschichten und Charakterentwicklung originell, ideenreich und vor allem ausgereift sind. Die Computertechnik gerät nie zum Selbstzweck, sie dient dazu, eine besondere Story mit besonderen Figuren auf eine Weise zu erzählen, wie sie eben nur so möglich ist. Kein Wunder, dass sechs Pixar-Drehbücher für den Oscar nominiert waren. Und es zahlt sich aus, dass an jedem Pixar-Film mindestens vier Jahre lang getüftelt wird.

 Dabei werden auch erzählerische Wagnisse eingegangen: Die erste halbe Stunde von "Wall-E" ist quasi ein Stummfilm, "Oben" setzt sich so wahrhaftig mit Verlust und Tod auseinander, wie das ein Familienfilm kaum je getan hat.

2012 bringt Pixar erstmals zwei Filme in einem Jahr heraus, man setzt auch vermehrt auf Fortsetzungen, "Cars 2" und "Monster AG 2" sind in der Mache. Mit "Newt", der Story zweier Molche, die sich nicht leiden können, wurde nun freilich erstmals eine Produktion abgebrochen. Wie geht es also mit Pixar weiter? Wahrscheinlich hält man es mit Buzz Lightyears Motto aus "Toy Story": "Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter."

29.06.2010 - 08:30 Uhr | geändert: 29.06.2010 - 16:15 Uhr
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