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In der Walhalla ist fast kein Platz mehr frei

Nach 170 Jahren wird es in der Ruhmeshalle eng

Die Walhalla ist ein beliebtes Touristik-Ziel in Donaustauf bei Regensburg: Nach 170 Jahren wird es aber nun eng in der Ruhmeshalle.

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ANDRÉ JAHNKE, DPA

Donaustauf . Eindrucksvoll thront die Walhalla über dem Donautal. Der Säulentempel in Donaustauf bei Regensburg - im griechischen Stil erbaut - zählt zu den bekannten Sehenswürdigkeiten in Deutschland. Der Bauherr, der bayerische König Ludwig I., wollte damit eine Ruhmeshalle für "bedeutende Persönlichkeiten teutscher Zunge" errichten. Seitdem erinnern 130 Büsten und 65 Gedenktafeln an Geistesgrößen der Vergangenheit. 170 Jahre nach der Fertigstellung des Bauwerks wird es nun jedoch eng im Inneren der Walhalla. Es sind nur noch wenige Büstenplätze frei.

Artikelbild: Nach 170 Jahren wird es in der Ruhmeshalle eng Heinrich Heines Büste in der Walhalla in Donaustauf (Bayern). Das Innere des Säulentempels ist gefüllt mit Büsten deutscher Persönlichkeiten. Foto: dpa

"Einen Anbau wird es sicherlich nicht geben", betont der Leiter des Staatlichen Bauamtes Regensburg, Hans Weber. Schließlich handle es sich bei der Walhalla um ein außergewöhnliches, denkmalgeschütztes Gebäude. "Noch sind aber auch drei oder vier Plätze frei. Und die Büsten können auf dem Sims auch noch etwas zusammengeschoben werden, um Platz zu schaffen."

Zuletzt entschied der bayerische Ministerrat 2006 über die Ehrung von drei Persönlichkeiten: Carl Friedrich Gauß, Edith Stein und Heinrich Heine. "Normalerweise kommt ein solches Verfahren alle fünf bis sieben Jahre in Gang. Es könnte also bald wieder so weit sein", sagt Ellen Latzin von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Ein neues Verfahren ist zwar noch nicht eingeleitet worden, eine Vorschlagliste mit mehr als 100 Persönlichkeiten gibt es nach Angaben des Wissenschaftsministeriums aber bereits. Bekannte Namen stehen drauf, etwa der Theologe Dietrich Bonhoeffer, der Schriftsteller Franz Kafka, die preußische Königin Luise, die Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Friedrich Nietzsche oder die Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner. Hatte zu Lebzeiten des Königs nur Ludwig I. selbst das Recht, eine Person zu bestimmen, so darf nun jeder einen Vorschlag machen. Die Kosten für die Büste muss der Antragsteller allerdings selbst übernehmen. Bei der Auswahl hilft die Akademie der Wissenschaften. "Eine Arbeitsgruppe von Geistes- und Naturwissenschaftlern bewertet die Kandidaten und macht Vorschläge", erklärt Latzin.

02.01.2013 - 08:30 Uhr

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