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Feuilleton

Kosice präsentiert sich als "kleines Europa"

Kosice an der östlichen Grenze der EU will die Ostslowakei als multikulturelle Region präsentieren. Ethnische Minderheiten spielen eine Schlüsselrolle.

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CHRISTOPH THANEI, DPA

Kosice "Kulturhauptstadt Europas 2013 zu sein, ist eine großartige Chance für uns", sagt der aus der deutschen Minderheit stammende Maler Helmut Bistika. Die zweitgrößte Stadt der Slowakei hat 2008 den Wettbewerb um den Titel mit einem multikulturellen Konzept gewonnen. Neben der deutschen Minderheit sind es die Roma, die Kosice 2013 als stolze Kulturträger vorzeigen will. "Gerade wir als Minderheitentheater haben besondere Möglichkeiten, da wir bei unseren temperamentvollen Auftritten Musik, Tanz und Schauspiel in einer auch für ein fremdsprachiges Publikum verstehbaren Weise verbinden", sagt Karel Adam, Direktor des einzigen professionellen Roma-Theaters der Slowakei.

Artikelbild: Kosice präsentiert sich als "kleines Europa" Das Roma-Theater "Divadlo Romathan" bei den Proben. Foto: dpa

"Unsere traditionelle Multikulturalität zu zeigen, ist ein Schwerpunkt unserer Planung", sagt Vladimir Beskid, der künstlerische Leiter des Projekts Kulturhauptstadt. Schließlich sei die ostslowakische Region Kosice mit ihren Minderheiten - neben Deutschen und Roma auch Ruthenen, Ungarn und Juden - stets ein "kleines Europa" gewesen. Berühmtester Spross der ruthenischen Minderheit war Andy Warhol, dessen Eltern nach Amerika auswanderten. An ihn erinnert ein Museum in Medzilaborce. Der aus der deutschen Minderheit stammende Rudolf Schuster brachte es bis zum Staatsoberhaupt (1999-2004). Davor hatte er als Oberbürgermeister von Kosice die schöne Altstadt renovieren lassen.

Die Kosten sind für die Armenregion der Slowakei hoch. Obwohl 60 Millionen Euro aus EU-Fonds genützt werden können, muss Kosice zehn Millionen kofinanzieren, dazu kommen 3,3 Millionen vom Kulturministerium und Sponsorengelder. In einer Region mit über 20 Prozent Arbeitslosigkeit ruft das auch Kritik hervor. Helmut Bistika bleibt Optimist: "Die Kultur der Massen besteht fast nur daraus, vor dem Fernseher zu sitzen. Jetzt aber haben wir die einmalige Gelegenheit, auch die einfachen Leute zum aktiven Mitmachen zu animieren!"

29.12.2012 - 08:30 Uhr

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