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Chefdirigent gesucht

Honeck verlässt 2011 die Staatsoper Stuttgart

Das Personalkarussell an der Staatsoper Stuttgart dreht sich weiter. Generalmusikdirektor Manfred Honeck verlängert seinen Vertrag nicht. Der künftige Intendant Jossi Wieler hatte mehr Präsenz gefordert.

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JÜRGEN KANOLD
Artikelbild: Honeck verlässt 2011 die Staatsoper Stuttgart Keine Zukunft an der Staatsoper: Generalmusikdirektor Manfred Honeck verlässt das Haus 2011. Foto: Martin Sigmund

Stuttgart Als Jossi Wieler, der künftige Intendant der Staatsoper Stuttgart, Anfang Oktober im Kunstministerium sein Leitungsteam vorstellte, war von Generalmusikdirektor Manfred Honeck nicht viel die Rede. Ja, man habe ein erstes Gespräch geführt, ja, man werde weitere führen. Und gestern unterhielten sich die beiden wohl letztmals offiziell. Honeck wird seinen Vertrag über die Spielzeit 2010/11 hinaus nicht verlängern.

Wieler und Honeck gaben diese Personalie gestern "einvernehmlich" bekannt. Der 51-jährige Honeck, der erst 2007 nach Stuttgart gekommen war, geradezu messianisch erwartet vom Staatsorchester, hatte bei der jüngsten Intendantensuche signalisiert, dass er gerne bleiben möchte. Jetzt sieht er sich "nach reiflichen Überlegungen unter Berücksichtigung seiner anderweitigen Verpflichtungen jedoch nicht in der Lage, dem Wunsche der neuen Leitung des Hauses nach weit umfangreicherer Präsenz als bisher nachzukommen".

In dieser Saison übernimmt der GMD zwei Opernproduktionen, eine Wiederaufnahme, dazu Sinfoniekonzerte. Der international agierende Österreicher ist ja auch noch Musikdirektor des Pittsburgh Sympony Orchestra und 1. Gastdirigent der Tschechischen Philharmoniker. Wieler stellt sich das Engagement seines GMD offenbar anders vor; er will auch keinen Star-Tourismus, baut auf modernes Musiktheater, auf eine Hausregisseurin (Andrea Moses) und sich selbst. Und für eine solche künstlerische Konzeption sucht er naturgemäß einen jüngeren, aufgeschlossenen, vielleicht auch pflegeleichteren Dirigenten.

Unvergessen: Honeck hatte sich in der vergangenen Saison mit dem Intendanten Albrecht Puhlmann vor der "Lohengrin"-Premiere verkracht und entzweit, als er nicht nur den Regisseur vergrätzte, sondern per Machtkampf auch eine neue Besetzung der Titelfigur verlangte - und erreichte.

Dass Wieler, der Mann des Regietheaters, und Honeck nicht zusammenkommen würden, war nach der Wahl des Schweizers zum Intendanten der Staatsoper eigentlich klar. Doch stellt sich die Frage, warum dann eigentlich Puhlmann seinen Vertrag nicht verlängert bekam und 2011 gehen muss? Im Interview mit der SÜDWEST PRESSE sagte Puhlmann im Juli, gefragt nach den Gründen seiner Demontage: "Mit Generalmusikdirektor Manfred Honeck hätte ich bleiben können - ohne ihn gibt es keine Verlängerung. Das war eine deutliche Aussage." Und zwar in den Verhandlungen geäußert vom Stuttgarter OB Manfred Schuster.

Als dann Kunstminister Peter Frankenberg zunächst Georg Quander als künftigen Intendanten aus dem Hut gezaubert hatte, also einen Mann, der an der Berliner Staatsoper lange mit Daniel Barenboim auszukommen gelernt hatte, war darüber spekuliert worden, dass nun alles für Honeck laufe. Vorbei, das Stuttgarter Personalkarussell dreht sich weiter.

17.11.2009 - 08:30 Uhr

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