28.01.2011 Drucken Empfehlen
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Sein und Schein in Wechselwirkung

Die Kunsthalle Göppingen ist Schauplatz und Mitwirkende eines Filmprojekts

Vielstimmiges Erzählen steht im Zentrum des Filmprojekts "Art Girls" von Robert Bramkamp. Einige Szenen dreht er in der Kunsthalle Göppingen.

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EVA-MARIA MANZ

Göppingen In der Göppinger Kunsthalle erleben Besucher derzeit eine außergewöhnliche Verschmelzung von Kunst, Film und Realität. Der Hamburger Regisseur Robert Bramkamp inszeniert "Art Girls" - ein großes multimediales Spektakel, das sich nicht nur auf den Dreh eines Kinofilmes beschränkt, sondern sich selbst dokumentiert in Form eines zusätzlich entstehenden Doku-Films und einer Webseite. Und das Kunst und Performances zum einen zeigt, zum anderen in die fiktive Welt des Kinofilms integriert. In das Projekt des Instituts Forschender Film Hamburg (IFF), das in Zusammenarbeit mit ZDF und Arte entsteht und von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg und der Hochschule für bildende Künste Hamburg gefördert wird, werden auch Statisten aus der Göppinger Bevölkerung einbezogen. Sie sollen nicht nur im Film mitwirken, sondern werden zeitgleich für ein studentisches Projekt in ihrem Alltag gefilmt - und auch die lokale Feuerwehr, das Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk kommen zum Einsatz bei einem in der Halle gedrehten Katastrophen-Szenario.

Artikelbild: Die Kunsthalle Göppingen ist Schauplatz und Mitwirkende eines Filmprojekts Regisseur Robert Bramkamp arbeitet an "Art Girls". Foto: Staufenpress

Die Künstlerin Maren Strack steht peitschenschlagend in der Kunsthalle mit ihrer Performance "Six Feet Deeper". Im Kinofilm, in dem es auch um drei Künstlerinnen geht, wird eine Schauspielerin diese Vorführung nachstellen und die Performance als die ihre ausgeben. Die Szene wird in der Göppinger Kunsthalle gedreht, Zuschauer sind Mitglieder des Göppinger Kunstvereins, die zugleich im Film amerikanische Kunstsammler darstellen, die sich die Performance ansehen.

Dem Regisseur geht es in seinem Projekt um eine neue Form des polyphonen Erzählens. Die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit vermischen sich dabei ständig, im Film sieht man Schauspielerinnen, die Künstlerinnen darstellen, zugleich erhalten beispielsweise die Werke der Künstlerin Susanne Weirich einen Filmauftritt. Sie ist Art Director des Films, ihre Video-Kunst spielt im Plot auch eine Rolle - und zugleich ist sie in der Göppinger Kunsthalle für Besucher ausgestellt. Nach Ende der Dreharbeiten soll mit den Werken von Susanne Weirich, den Filmen der Studierenden im Workshop zum Thema "Phantastischer Alltag" und einigen Arbeiten des Regisseurs eine Ausstellung entstehen. Was ist Fiktion, was ist noch Realität? Oder anders: Wer erzählt hier wem eine Geschichte?

Der Rezipient dieses multimedialen Kunstereignisses tritt nie nur als solcher auf, sondern ist Teilnehmer des Geschehens. Die verschiedenen Ebenen der Erzählung überlappen einander, die Welt des Scheins arbeitet hier als Katalysator der Welt des Seins und umgekehrt. Rollenidentitäten werden hinterfragt und neu verhandelt.

Info Eine Ausstellung - Fotografie, Film, Videokunst - von Künstlern, deren Arbeiten auch im Spielfilm vorkommen, ist vom 1. bis 13. Februar in der Kunsthalle Göppingen zu sehen: Di-Fr 13-19, Sa/So 11-19 Uhr.

28.01.2011 - 08:30 Uhr

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