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Wiedereröffnung am 21. März

Das Freiburger Augustinermuseum wurde saniert

Es ist ein bedeutendes Schaufenster mittelalterlicher Kunst: Das Freiburger Augustinermuseum öffnet nach aufwendigem Umbau.

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VOLKER HASENAUER, KNA

Freiburg Ernst und versunken blicken die biblischen Propheten herab - klein fühlt sich der Besucher im Schatten der vier Meter hohen Sandsteinkolosse. Einen Kontrast bilden die kleinformatigen Tafelgemälde von Hans Baldung Grien, Lucas Cranach und Matthias Grünewald. Über allem schweben Fabelwesen, die von den Steinmetzen des Freiburger Münsters als Wasserspeier geschaffen wurden. In mittelalterliche Bild- und Figurenwelten entführt das Augustinermuseum, das am 21. März neu eröffnet wird.

Nach Investitionen von rund 13 Millionen Euro und mehrjährigen Umbauten erinnert wenig an die engen und dunklen Ausstellungsräume der Vergangenheit. Stattdessen bestimmen überraschende Durchblicke, offene Treppen und außergewöhnliche Raumkonzepte die Architektur des neuen Museums. So ist unter den massiven Eichenbalken im Dachgeschoss des ehemaligen Klosters ein Schaufenster für die Schwarzwaldmalerei des 19. Jahrhunderts entstanden.

"Ich kenne kein anderes Museum in Deutschland, dessen Architektur so konsequent auf die gezeigten Kunstwerke zugeschnitten ist", sagt der Leiter der Städtischen Museen Freiburg, Tilmann von Stockhausen. Nach den Plänen des Frankfurter Architekten Christoph Mäckler wurde die ehemalige Augustinerkirche, die im 19. Jahrhundert städtisches Theater war und bereits seit den 1920er Jahren als Museum diente, zum Herzstück des neuen Museumsbaus im Zentrum der Freiburger Altstadt.

In umlaufenden luftigen Galerien, die immer wieder den Blick auf die Skulpturenhalle freigeben, sind leuchtende Glasmalereien ausgestellt. In eigens entworfenen Vitrinen werden kleinere Skulpturen und Gemälde gezeigt. Einen Gegenpol zur reduzierten Formensprache der gotischen Skulptur bilden die Barockgemälde im ehemaligen Chorraum der Augustinerkirche. Hier ist zudem die aus der Abteikirche Gengenbach stammende Prachtorgel von 1720 zu besichtigen, Besucher können über enge Treppen ins Orgelinnere klettern. Künftig soll es hier regelmäßige Museumskonzerte geben.

Wichtig war den Planern eine Öffnung zum städtischen Raum. Dem trägt das neue gläserne Hauptportal Rechnung. Frei zugänglich wird erstmals auch der Kreuzgang des ehemaligen Klosters, an den das neue Museumscafé angrenzt. Stockhausen hofft, die jährlichen Besucherzahlen von 50 000 vor dem Umbau auf zu verdoppeln.

Er macht zugleich deutlich, dass die Umbauarbeiten am ältesten städtischen Museum Freiburgs auch mit der Wiedereröffnung nach einjähriger Schließung noch nicht beendet sind. Bereits Ende 2010 beginnt der zweite von insgesamt drei Bauabschnitten. Wenn alles gut läuft hoffen die Museumsmacher, in rund fünf Jahren auch die große grafische Sammlung des Hauses sowie die umfangreichen volkskundlichen Bestände in zeitgemäßen Räumen präsentieren zu können. In den Magazinen liegt einer der größten Sammlungen mit Uhren, Kleidung und religiöser Kunst aus dem Schwarzwald des 19. Jahrhunderts.

Zuvor geht das Museum einen weiteren Schritt: Im Untergeschoss sind durch den Umbau erstmals Flächen für Wechselausstellungen entstanden. Hier sollen epochen- und gattungsübergreifende Konzepte Besucher anlocken. Den Auftakt machen ab Juni Installationen und Papierarbeiten der in Freiburg geborenen Gegenwartskünstlerin Katharina Grosse. Regional volkskundlich wird später eine weitere Ausstellung den Blick auf das Label "Unser Schwarzwald" richten.

10.03.2010 - 08:30 Uhr
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