07.09.2011 Drucken Empfehlen
[X]
 per eMail empfehlen


   

CD-TIPP: Ich bin dabei

Red Hot Chili Peppers: "Im with you"

Los gehts mit jammernden Gitarren, Rückkopplungen und Proberaumatmosphäre. Wir sind wieder da, noch immer die bewährte Jammin-Band, deren Songs nicht im Songwriterstübchen entstehen, sondern bei endlosen Sessions herausgearbeitet werden und an Form gewinnen. Wir, das sind die "Red Hot Chili Peppers".

Anzeige


SWP
Artikelbild: Red Hot Chili Peppers: "Im with you"

Die wollen ihre Erfolgsgeschichte mit ihrem nunmehr zehnten Album "Im with you" fortsetzen. Der Albumtitel war auch der erste Satz des neuen Gitarristen Josh Klinghoffer im Proberaum. Klar, er war ein alter Bekannter, der sich sowieso bereits im Band-Kosmos bewegte. Schließlich war John Frusciante, der bisherige Gitarrist und prägende Songgestalter der Band, so etwas wie der Mentor für den Youngster an den sechs Saiten.

Mit Rick Rubin saß zudem der Erfolgsproduzent der Band an den Studioreglern, der zum einen dafür sorgte, dass die neuen Chili Peppers wie alte Bekannte klingen, aber auch ihre neuen Konturen ein wenig schärfte. Gleich vorweg: So mancher Song hört sich an, als habe man einfach bewährte Bausteine zusammengebastelt. Lags daran, dass Klinghoffer noch nicht die erwarteten Akzente setzen kann und noch längst nicht die gitarristische Vorreiterrolle seines Kumpels hat? Die Stärke des Albums wird zugleich zur Schwäche. Hier gibt nicht einer den Ton an, die Band sucht den gemeinsamen Weg. Die Stimme des nun schnauzbärtigen Anthony Kiedis ist so präsent wie selten zuvor, wohlwissend, dass mit Frusciante sein starker Sideman am Mikro nicht mehr da ist.

Manchmal ists allerdings fast zu viel des bewährten Gesangsstils. Ähnlich ist das mit der verblüffenden Exaktheit, die Flea an den vier Saiten pflegt - ganz besonders, wenn er den Disco-Bass gibt. Der Bass-Maniac klingt bisweilen fast klinisch.

Was "Monarchy of Roses" oder "Factory of Faith" zu Beginn des Albums mit mitreißendem Rock und Funk-Power versprechen, kann über 14 Songs hinweg nicht immer durchgehalten werden. Zwischen all den typischen Chili-Peppers-Songs, die auf dem Vorgänger "Stadium Arcadium" wohl nur Mitläufer gewesen wären, strahlen ausgerechnet die mit Piano versetzten Songs "Happiness Loves Company" und "Even You Brutus?" positiv heraus. Wo die Chili Peppers künftig wirklich stehen, wird wohl erst das nächste Album zeigen.

UDO EBERL

07.09.2011 - 08:30 Uhr

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln (hier klicken)

Anzeige

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T�bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Anzeige


Anzeige


Anzeige