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Dirty Reggae

The Aggrolites aus Los Angeles im Reutlinger franz. K

„It’s showtime!“, hieß es in den 1980er-Jahren, wenn die Los Angeles Lakers zu zaubern begannen. Nun sind The Aggrolites zwar keine Basketballer, dafür aber eine Außnahmeband aus ebendieser Metropole an der US-Westküste.

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feb

Am Dienstagabend im franz. K. spielten zuerst „Secret Asian Men“ aus Tübingen. Pippi Langstrumpf am Gesang, dazu dreimal Blech und zweimal Holz. Erfrischend abwechslungsreiche Musik: Zu Ska und Punk gesellt sich laut eigenen Angaben „Indie-Hornbrillen-Softietum“.

Das markante Orgelspiel von Keyborder Roger Rivas. Der Gesang von Jesse Wagner. Ein begnadeter Entertainer und Zappelphillip. Der Aggro-Reggae-Train setzte sich in Gang in gewohnt gemächlichem Tempo. Schon nach wenigen Sekunden hält einen der Offbeat-Sound gefangen und Körperteile verlangen nach Bewegung. Kurze Ausflüge Richtung Funk, groovende Bassläufe und der Soul aus Rogers Klavier und Jesses Gesang. Diese Dinge sind essentiell für die „Feel good Music“ aus dem Golden State. Die Konzertgänger bezieht der Sänger und Kopf der Band in das Programm ein. Er animiert zum Mitsingen und Hüpfen, ja flirtet geradezu mit den Reutlingern.

Neben Klassikern wie „Keep moving on“, „Someday“ oder „Precious and few“ zeigen die Musiker auch Songs vom neuen Album. Im laufenden Jahr auf Young Cub Records erschienen, bietet „Rugged Road“ über lange Strecken reinsten Instrumental-Reggae.

Den erste Abgang legten die Kalifornier bereits um 22.59 Uhr hin. Also bereits zwei Stunden nach Einlass. Vorband inklusive. Die tanzende Gemeinde ließ sich das nicht bieten. Lautstark forderte das Publikum mit dem Beatles-Song aus dem Jahr 69: „Dont let me down“. Natürlich kehrte die Band an ihren Arbeitsplatz zurück. „We will never let you down, Germany!“, verkündet Sänger Jesse Wagner.

Seit acht Jahren und fünf Alben machen die fünf Jungs nun „Dirty Reggae“. In dieser musikalisch kurzen Zeitspanne ist die Band zum Vorreiter der „Neo-traditional“-Szene avanciert. Die Anhänger dieses Stils schwören auf die Rennaissance des Early respektive Skinhead Reggae der Sechzigerjahre. Rocksteady aufgemotzt mit Komponenten des modernen Reggae. Der Aggro-Style verkörpert diese Strömung wie kein anderer Stil. Und verzauberte das franz. K – an einem ganz normalen Werktag.

18.11.2011 - 08:30 Uhr | geändert: 18.11.2011 - 08:50 Uhr

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