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Nie ohne Klopapier

Sechs Kerle gaben ein vorlautes Konzert

Wahrscheinlich wetterbedingt war die Quenstedt-Aula am Samstagabend nicht ganz voll. Aber die rund 200 Anwesenden sahen und hörten eine ziemlich lässige Show vom Vokalensemble „Vorlaut“.

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Die Gruppe Vorlaut in Aktion: Beim Publikum schien die Mischung aus Gesang und fast schon Comedy, ... Die Gruppe Vorlaut in Aktion: Beim Publikum schien die Mischung aus Gesang und fast schon Comedy, Beatboxen und lockeren Sprüchen gut anzukommen: Es lachte, klatschte und schnippte mit. Das Urteil der Band: „Die sind sehr, sehr cool drauf.“ Bild: Franke

Mössingen. Sneakers an den Füßen, Dreadlocks auf dem Kopf, allesamt zwischen 20 und 23 Jahren alt: Auf den ersten Blick könnte man sie problemlos in eine MTV-Sendung stecken. Die fünf vorlauten Jungs können aber nicht nur einen Spruch nach dem anderen herauslassen, sondern auch richtig anspruchsvollen A-Capella-Gesang. Teils kommen sie aus dem Raum Reutlingen, teils aus Heilbronn und Umgebung. Zusammengefunden haben sie sich über den Knabenchor „Capella Vocalis“. Der hat zwei Positionen: eine in Reutlingen, eine in Besigheim.

Am Samstag standen sie aber zum ersten Mal zu sechst auf der Bühne: Für Tenor Moritz Kallenberg war es wegen seines Studiums in Freiburg der letzte Auftritt mit seinen Vorlaut-Kollegen. Und so hatte gleich sein Nachfolger, Andreas Mantsch, Premiere. In Mössingen waren sie am Samstag zum zweiten Mal: Beim Konzert des Harmonika Clubs im November absolvierten sie schon einen Gastauftritt, jetzt hat der Verein einen eigenen „Vorlaut“-Abend organisiert. „Das ist sicherlich mal eine ganz andere Richtung von Musik, die man hier nach Mössingen bringt“, so der erste Vorstand Thomas Schneemann.

Das Repertoire wechselte zwischen Gecovertem (“For the Longest Time“, „I Am Flying“, „Ain't no Sunshine“), der Verballhornung von Populärem (“Sexbomb“, „Barbiegirl“ und „I'm a Big Big Girl“ wurden da zusammen gewurstelt) und eigenen Liedern mit deutschen Texten. Lieblingsthema: Frauen. Da wurde das erste kulinarische wie körperliche Aufeinandertreffen vertont (“Sex wird überschätzt, Lauch auch“), ebenso wie die samstäglichen Qualen im Leben eines Mannes (“Für einen Mann ist Shopping schon Frustration in Perfektion“). Sentimental und melancholisch ging's auch: „Ohne dich geht's mir so dreckig, ohne dich macht's keinen Sinn. Was soll ich denn nur machen, wenn ich fertig bin?“ hieß es in Johannes Wollaschs Liebeslied. Gerichtet waren die Zeilen ans Klopapier. kal

08.03.2010 - 08:30 Uhr
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