Die Hiphop-Gruppe Blumentopf rockte im Tübinger Sudhaus
Bombastische Stimmung beim Open-Air-Konzert der Rapper-Formation Blumentopf,und das bei Dauerregen überm Sudhaus-Biergarten. Die etwa 1200 Besucher blieben vom schlechten Wetterganz und gar unbeeindruckt.
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Die Blumentopf-Jungs im Sudhaus, jetzt lassen sie die Reime raus: Am vergangenen Donnerstag auf der Open-air-Bühne. Bild: Sommer
Tübingen. In weißen T-Shirts springen die fünf Hiphopper von Blumentopf auf die Bühne und rufen: „Habt ihr Bock mit uns zu rocken?“ Mit einem meisterhaften Wir-Gefühl starten sie ihr Open-Air-Konzert am Donnerstagabend im Biergarten des Tübinger Sudhaus.
Dazu formen die Fans mit den fünf Töpfen das Wir-Zeichen (ein mit den Fingern geformtes W) und zusammen rocken alle zur aktuellen Single „Wir“, dabei vom Regen uneingeschüchtert, der just mit dem deutschen Sprechgesang der fünf Münchner einsetzte. Die tanzenden Fans beim zweiten Titel „Jungs aus dem Reihenhaus lassen die Reime raus“ zeigen, dass „Wir rocken!“, was die Fünf vor dem Konzert versprachen, keine leeren Worte sind.
Wesentlich ruhiger tanzen die Fans nur einige Minuten zuvor bei den beiden Vorgruppen „Ya-Ha!“ und Martin Jondo. Und das, obwohl neben der Sängerin Janna Wonders von „Ya-Ha!“ mit Rapper Kung Shu bereits ein Blumentopf,Mitglied auf der Bühne steht.
„Da läuft was schief“
Ihre Musik lässt sich als eine Mischung aus Sprechgesang und Rock beschreiben. Wie gut Blumentopf mit Janna Wonders harmoniert, zeigen sie auch beim Hauptprogramm. Diesmal performt die Sängerin mit den fünf Rappern ein Lied: „Da läuft was schief“. Mit seinem Reggae-Sound sorgte auch der Berliner Martin Jondo im Vorprogramm für Stimmung, der schon viele Konzertbesucher zum Mittanzen bewegte.
„Tübingen ist angenehm“
Dass die fünf Blumentöpfe Roger, Sepalot, Cajus, Kung Shu und Wunder im Herzen Freestyler sind, zeigen sie bei mehreren Sprechgesangseinlagen, bei denen sie spontan über Tübingen und das Wetter philosophieren. „Es ist schön anzusehen, Tübingen ist angenehm“, rappten die fünf. In der Tat hätten die Hiphoper dies erst gar nicht formulieren müssen, denn spätestens als sie von der Freestyle-Tour im vergangenen Jahr und das anschließende Ausklingen im Tübinger Club „Mancuso“ erzählen, steht fest: Blumentopf ist gern in Tübingen.
Entgegen anderen Künstlern aus der Hiphop-Szene wie Sido oder Bushido, die mit ihrer schweren Kindheit im sozialschwachen Stadtviertel Karriere machen, beobachten die Jungs von Blumentopf sich selber und ihre Umgebung. Dementsprechend gut kam bei den Fans das Lied „Solala“ von der neuen Platte „Wir“ an, bei dem sich Blumentopf selber auf die Schippe nehmen, denn auf die Frage „Wie findet ihr die Musik?“ antworten die Fans mit dem Refrain „solala, solala“.
Zwischen die neueren Titel mischen sich Chartserfolge, wie „Safari“ oder „Horst“. Nach einer Zugabe von drei Liedern beenden die Münchner das zweistündige Konzert mit dem Lied „Danke“. Nass bis auf die Haut, aber sichtlich gut gelaunt gingen die 1200 Fans nach Hause.