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Petticoat‘n‘Pomade

Bebop-Rock füllte das Torbogen-Theater

Die Hailfingerin Moni Frances und ihre Reutlinger Band rockten am Samstag zurück in die 50er Jahre.

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Rottenburg. Geographisch wohnt „Moni Francis“ als Monika Laine in Hailfingen, ihre Bandmitglieder wohnen in Reutlingen. Musikalisch jedoch leben die sechs Musiker in den Fünfziger Jahren, in der Blütezeit des Rock’n‘Roll. Das zeigten sie auch am Samstag im Rottenburger Theater am Torbogen vor mit 120 Zuschauern ausverkauftem Haus.

Es war die Zeit der Petticoats, der Musiktruhen und der Pomade im Haar. Gleich mit dem ersten Song, „Bebop-a-looba be my baby“, entführte der Sänger „Buddy Olly“ Dobisch das Publikum in diese Ära der Rockmusik. Am Tieftöner, einem Kontrabass, stand Alexandra Ott, die zusammen mit dem Schlagzeuger Manuel Dobisch ein wildes Rhythmus-Duo bildete. Der Viervierteltakt dominierte den Abend.

Erst zum zweiten Song betrat Moni Francis die Bühne, zeitgemäß gekleidet in Petticoat und langem Blümchenkleid. Und los ging es mit der Rocker-Mucke. „Great Balls of Fire“ von Jerry Lee Lewis gab die Richtung vor. Bereits bei „Let’s have a Party“ von Wanda Jackson klatschten die Zuschauer engagiert mit.

Launig die Pausen-Conferencen von Buddy Olly oder Moni Francis. In kleinen Geschichten ließen sie die Fünfziger Jahre Revue passieren. So erfuhr man beispielsweise, was damals in England die Strafe für einen misslungenen Suizidversuch war – die Todesstrafe.

Dann kam mit „Schöner fremder Mann“ die Namenspatronin von Moni Francis zum Zuge. Beachtlich, wie Moni von der rauen, dreckigen Rockröhre zur mädchenhaften Kopfstimme eines Teenagers wechseln konnte. Die Oberschnulze „Always on my Mind“, von Elvis zu Weltruhm gebracht, wurde in einer Brenda-Lee-Version gesungen. Man erwartete sekündlich, dass die eher gesetzten Herrschaften im Publikum ihre Feuerzeuge hervorkramten und sie anzündeten.

Der Ankündigung eines Boogie Woogie folgte die Aufforderung ans Publikum, sich Raum zum Tanzen zu schaffen. „Werft die Stühle weg, schafft euch Platz. Das ist Rock‘n’Roll.“ Und während ein Paar sich tatsächlich eine Tanzecke neben der Bühne suchte, improvisierte die Band wild auf der Bühne. Gitarrist Michael Sayer und Keyboarder Bert Lemans solierten dabei prächtig. Dazu Stücke von Peter Kraus, Little Richard und anderen Klassikern des Genres. Das begeisterte Publikum erklatschte sich mehrere Zugaben.

bkn

15.03.2010 - 08:30 Uhr
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