Simon Madaus mit neuer CD: „When The Sun Goes Down“
Melancholie hat bei Simon Madaus einen Namen, einen Klang: „When The Sun Goes Down“, heißt sein aktuelles Album, mit dem der Gitarrist, Drummer und Singer-Songwriter Atmosphäre schafft.
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Ein eigenwilliger Songwriter: Simon Madaus. Bild: Spieß
Kirchentellinsfurt. Nachdenkliche Texte, verbunden mit eingängigen Melodien, mal warmherzig folkig, mal eher countrylike und melancholisch präsentiert: Der mit seiner Familie in Kirchentellinsfurt lebende Musiker Simon Madaus legt viel Wert auf Komposition und aufs Song schreiben.
In seinem großen Musikkoffer hat Madaus auch eine ganze Menge Erfahrungen mitgebracht, in denen sich sein Publikum an manchen Stellen wiedererkennt. Gerade auf seinem aktuellen Album „When The Sun Goes Down“ kommt das Persönliche seiner Musik klarer zum Vorschein als zuvor beim Debüt. Simon Madaus schreibt das nieder, was ihn bewegt und gießt es in Liedform. Vermutlich rührt daher auch ein Großteil seiner Glaubwürdigkeit.
Dabei ist der 35-Jährige Diplompädagoge, der seit 2006 bei der Musikwerkstatt Reutlingen zu 60 Prozent fest angestellt ist, ein eigenwilliger Songwriter, der eine Menge ausprobiert hat. So gründete er 1990 die Reutlinger Band Ozonic, bei den Tübinger Retro-Rockern Ashbury war er seit 2002 Schlagzeuger und bei diversen anderen Rockbands bearbeitete er ebenfalls Becken und Felle. Ozonic und Ashbury sind inzwischen Geschichte, Madaus aber schreibt und singt immer noch. Seit knapp vier Jahren widmet sich der Kirchentellinsfurter Musiker ausschließlich seinem Solo-Projekt. 2008 veröffentlichte er sein Debüt „Straight and open“, im vergangenen Jahr ließ er das aktuelle Album folgen.
Eingespielt hat Madaus die CD mit Unterstützung des Tübinger Geigers Bernhard Mohl und des Gitarristen Marc Coester. Bei Liveauftritten begleiten ihn inzwischen der Cajon-Spieler Benjamin Strohmaier und der Bassist und Keyboarder Tim Birgel.
Bereits in jungen Jahren hat Madaus seine Liebe zur Musik entdeckt: „Ich habe schon im Alter von acht Jahren den Drang verspürt, eigene Stücke zu komponieren“, erzählt er. Mit elf Jahren hat er zunächst mit dem Schlagzeug angefangen, mit 15 schrieb er seine ersten Songs.
Musikalische Vorbilder waren für ihn damals John Lennon und Johnny Cash, die er neben Graham Nash und Townes Van Zandt noch heute verehrt. „Das Faszinierende an diesen Musikern war noch nicht einmal ihre Stimme oder ihr Gitarrenspiel, sondern ihre außergewöhnliche Fähigkeit, Songs zu schreiben“, zeigt sich der Vater von zwei Kindern beeindruckt.
Offen und zerbrechlich wirken seine Songs, zuweilen auch mit einer zum Titel des aktuellen Albums passenden Sonnenuntergangsstimmung. Kompakt und selbstbewusst hören sich die sieben auf Deutsch und Englisch gesungenen Songs an – auch dank seiner Begleiter Bernhard Mohl und Marc Coester. Anrührend, harmonisch und melodisch agiert das akustische Trio als Ganzes, besonders beim rockigen Titelsong „When The Sun Goes Down“, beim Instrumentalstück „Dawn“ und dem Schmachtfetzen „Great Unknown“.
Die eherne Regel gilt auch bei dieser CD: Alben, die auch beim zweiten Anhören noch nicht richtig ins Ohr gehen, sind meist spannender und begleiten einen dann oft recht lange. „When The Sun Goes Down“, ein Beispiel hörenswerter Folkrockmusik aus der Region, gehört zu dieser Kategorie.
Simon Madaus‘ Lieder können jedenfalls in ganz besonderer Weise Stimmungen einfangen und konservieren. Gelegentlich wippt man entspannt mit den Füßen, wiegt sich im Takt der lässigen Harmonien und schaut verträumt zu, wie die Sonne am Horizont untergeht.Jürgen Spieß
Am Sonntag, 12. Februar, spielt Simon Madaus von 11 bis 15 Uhr mit seinem Trio bei der Eröffnung der Galerie „Art Zone“ im Blessing-Areal Pfullingen. Hörproben gibt es unter www.myspace.com/simonmadaus.