[X]
 per eMail empfehlen


   

Die Tübinger Band Black Cat Bone gibt‘s seit 30 Jahren

Schwarze Knochen mit Blues

Black Cat Bone sind seit 30 Jahren eine feste Größe in der Tübinger Bluesszene – und darüber hinaus.

Anzeige


Fabian Ziehe

Tübingen. Was sind 30 Jahre? Nun, man fasst gerne lange Zeiträume in Zahlen. Bei Black Cat Bone – kurz „BCB“ – wären das beispielsweise elf Alben. Konzerte zwischen einer Hand voll und 16 000 Zuschauern. Es sind Rocklegenden, mit denen die Band Bühne und Studio teilten, etwa Mick Taylor, Chris Farlowe, Rick Derringer, Guitar Crusher, Champion Jack Dupree und Katie Webster. Immer ging es dabei um eins: den Blues.

Die Brüder Robert und Hans-Jörg (Hansi) Müller sowie Stephan Wegner und Albrecht Schäfer traten zum ersten Mal 1979 bei „Rock gegen Rechts“ in der Mensa Morgenstelle auf. BCB versuchten zu widerlegen, dass es für Blues schwarze Musiker brauche: Mit Bluesrock in schwäbischer Sprache.

Das Ergebnis: Ernüchternd. Die Platte „Am Arsch der Welt“ (1883) wurde gelobt, ein Label fand sich aber nicht. Hansi Müller, der neben der Leadgitarre auch sang, hatte sich von Bruder Robert zum dialektalen Ausflug überreden lassen. Fazit: „Eine Eigenproduktion, die finanziell schwer im Magen lag“, so Hansi Müller. Ein Abenteuer das zu den englischen Wurzeln zurückführte. Robert Müller verlies die Band, nach der Platte „Live“ (1984) ging Schäfer.

So wurde Uli Wagner vom Helfer in der Not zum festen Bandmitglied. Dabei hatte er nach seiner Zeit in der Thommie Bayer Band das leben als Profi-Musiker aufgegeben. In den 80er-Jahren brachten sie es bis auf 120 Auftritte im Jahr, die Hochphase von BCB ohne Zweifel. Trotzdem kristallisierte sich heraus: Blues – selbst wenn man oben mitspielt – bedeutete karges Auskommen. „Die Szene war damals größer, heute ist sie fast ausgestorben“, sagte Müller.

Die 90er tourten sie immer wieder mit Blues- und Soulgrößen, etwa Katie Webster und Guitar Crusher. Für die CD „Message To Man“ mit letzterem kam auch Calvin Owens ins Studio, der musikalische Leiter von B.B. King. Er hörte die Band und tanzte. „Spielt gefälligst so, wie ich tanze“, habe er gesagt, erinnert sich Wagner: „Der hat ganz neue Energie aus uns herausgekitzelt.“

Aus dem Trio wurde wieder ein Quartett: Linus Wahl übernahm 1988 das Piano. Das absolute Highlight kam 1996 das Highlight: Die CD-Aufnahme „Taylormade“ mit Ex-Stone Mick Taylor. Dann kam der Umbruch: Hansi Müller heiratete und zog 2002 nach Florida. Wagner zufolge ein schmerzvoller Abschied: „Hansi war immer die treibende Kraft.“ Die beiden Folgejahre spielte BCB vor allem, wenn der Frontmann zu Besuch kam. Das war den Daheimgebliebenen zu wenig.

So wuchs aus einem Gig mit dem Gitarristen Werner Dannemann eine Idee: Warum nicht als „Black Cat Bone Rhythm Section“ mit Gastmusikern auftreten? Mittlerweile spielen in zwei Besetzungen: Entweder mit Dannemann oder mit der Soulröhre Tanja Telschow und Gunter Richter an der Gitarre. Bisweilen spielt Saxophonist Arno Haas mit. Nach zwölf Jahren warten gab es dieses Jahr das neue Album „Viewpoint“. Und die Zukunft? Nun, große Pläne eigentlich nicht, aber Lust auf Neues, so Wagner. Denn für neue Ideen waren BCB selten so offen wie zur Zeit.

Info

Live spielen sie heute (mit Dannemann) und morgen (mit Telschow, Richter, Haas) jeweils um 21 Uhr im Tübinger „Hauptbahnhof“.

30.10.2009 - 08:30 Uhr | geändert: 18.07.2011 - 12:40 Uhr
Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T�bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Anzeige


Anzeige


Anzeige