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Die Black Cat Bone sind Urgesteine des Bluesrock in Tübingen und Umgebung

Mit neuem Frontmann auf Weltreise

TÜBINGEN (zie). „Die Neuzeit begann 2003“: In Sachen Zeitenwende hat Uli Wagner, Drummer der „Black Cat Bone Rhythm Section“, eigene Kategorien. Damals spielte die Combo zum ersten Mal mit Werner Dannemann – musikalisch ein Neubeginn. Doch die Geschichte der Tübinger Bluesrock-Institution Black Cat Bone (BCB) startet viel früher.

 
Artikelbild: Mit neuem Frontmann auf Weltreise Vier alte Blues-Rock-Hasen bilden die „Black Cat Bone Rhythm Section“: Linus Wahl, Werner Dannemann, Uli Wagner, Stefan Wegener (von links).

Die Brüder Hansjörg und Robert Müller, Albrecht Schäfer am Keyboard und Stefan Wegener am Bass ließen es 1979 in der Morgenstelle erstmals krachen. Eine Studentenband, die coverte und Blues-Arrangements spielte. Dass auf dem Konzert ihr zukünftiger Drummer Uli Wagner bei der „Thommie Bayer Band“ mitspielte, wussten sie freilich noch nicht. Er stieß fünf Jahre später dazu. Als 1989 Linus Wahl das Piano übernahm, war die Band für zehn Jahre gefestigt.

Wahl, Wegener, Wagner und Frontmann Hansjörg Müller hieß die Besetzung, mit der BCB bis 2001 Jazz-Größen wie Mick Taylor von den Stones, Alvin Lee von Ten Years After und Chris Farlowe von Colosseum begleiteten. Besagte Neuzeit kündigte sich mit dem Wegzug von Müller in die USA an. Bis 2003 tourten sie im Winter noch durch Deutschland. Die im Schwäbischen Gebliebenen befriedigte das viele Pausieren nicht.

„Wir wollten nicht elf Monate Däumchen drehen – dazu hatten wir viel zu viel Lust auf Musik“, sagt Uli Wagner.Vor drei Jahren gab es einen Gig mit Dannemann in Nürtingen. Band trifft Gitarrist und Sänger: „Das hat von Anfang an gefunkt“, sagt Wagner – „Freiräume“ seien entstanden. Der Profimusiker aus Göppingen, der zur Combo stößt, ermöglichte eine Neuausrichtung. Dominierte mit Müller der amerikanische Blues, so setzte sich nun die europäische Spielart durch.

Mehr noch: „Ich mache beim Konzert eine Weltreise durch die Musik“, sagt Dannemann.Ohne Reibereien war der Wechsel nicht. Zwar gab sich die neue Besetzung das Anhängsel „rhythm section“, um zu zeigen, dass diese Combo etwas Neues ist. Aber mancher Veranstalter folgte der Sprachregelung nicht, schließlich sind BCB eine Hausnummer in der lokalen Bluesrockszene. Hansjörg Müller reagierte verschnupft.

Mittlerweile hätten sich die Wogen geglättet, sagt Wagner.Jazz, Blues, Rock und mehr kommt bis heute bei den BCB auf den Tisch, selber geschrieben, gecovert, neu arrangiert. Dannemann ist Frontmann, um seine Riffs, Gitarrensoli und Vocals entwickelt sich die Musik. Doch bleibt Platz für die furiosen Schlagzeug-Exkursionen von Wagner oder Ausflüge über die schwarzen und weißen Keyboard-Tasten von Wahl.

Naturgemäß zurückhaltender ist Bassist Wegener: Sein röhrender, mal groovender Bass sorgt für die Grundlage.Viel Proben kann die Band nicht, weil Dannemann noch Projekte parallel laufen hat. Vieles entsteht auf der Bühne, ungeprobt, improvisiert. „Wir spielen anarchistisch. Wichtig ist, dass die Leute hören, dass wir gerne zusammen spielen“, sagt Dannemann. „Dass es mit den BCB ein derartiger Volltreffer war, ist schon der Hammer.“

Alle paar Wochen ein Konzert, vielleicht eine Live-CD, das sind die Zukunftspläne. Auf ihren Namen könne sich die BCB verlassen: Den Knochen einer schwarzen Katze werden nämlich im Voodoo besondere Kräfte zugesprochen, sagt Wagner: „Die sollen unwiderstehlich machen.“

18.11.2006 - 10:09 Uhr | geändert: 10.08.2009 - 20:14 Uhr
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