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Künstlerbundsjahresausstellung

Werke ART-verwandter Vereinskollegen

Das war der Blickfang in der Kulturhalle bei der gestrigen Eröffnung der Künstlerbundjahresausstellung: Frederick D. Bunsens Turm aus Stofftieren (siehe Bild).

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Peter Ertle

Tübingen. Versuchen wir uns mal mit einer Interpretation: Die Stofftiere, aufgereiht wie Gewinne beim Jahrmarkt, versinnbildlichen Kindheitserinnerungen. Sie liegen hinter dem Gitter, weil der Erwachsene keinen so einfachen Zugang mehr zu ihnen hat. Aber der Künstler bezieht seine Inspiration daraus, wie ein vom Käfig zu einem Gemälde führendes Starterkabel zeigt. Transfusionen. Springt der Kunstwagen dergestelt an, gewinnt man eines der Tiere. Sind alle Tiere weg, ist man tot, zumindest künstlerisch.

Frederick Bunsens „Resilienz“, der Blickfang in der Kulturhalle. Bild: Sommer Frederick Bunsens „Resilienz“, der Blickfang in der Kulturhalle. Bild: Sommer

„Herzkammer“ heißt das Thema von Bunsens Gruppe, denn die Künstlerbundkünstler haben sich dieses Jahr in Gruppen geteilt. Ermittelt wurden sie durch anzukreuzende Stichworte auf Fragebögen. Die Künstler mit der größten Übereinstimmung, also die, so der Ausstellungstitel „ART-verwandt“(en) kamen jeweils in eine Gruppe – und durften sich ihr Thema frei wählen.

Unter dem Titel „Zusammenwachsen“ präsentierte eine Gruppe den geschlossensten wie gleichzeitig zusammengefwürfeltsten Beitrag: Einen passgenauen Nischenschrein aus dicht gehängten, fast schon gefliesten Bildern, ästhetisch überzeugend und der zweite große Blickfang der Ausstellung. Die Gruppe „N wie Natur“ zeigte mit Fotoarbeiten und Malerei, wie vielfältig und interessant Naturdarstellungen in der Kunst sein können. Eine Gruppe verzichtete ganz auf einen Titel. Die Gruppe „Schwarz-Weiss“ wiederum hielt sich am eindeutigsten an die eigene Titel-Order (aber auch nicht vollständig). Und dann gab es noch jene Gruppe, deren ursprüngliche Konzepte nach der Raumzulosung (es wurde tatsächlich gelost) Künstlerbundgalerie nicht aufgingen, und die sich schließlich „scheitern“ (Gruppenname) sahen. Immerhn ja ein wichtiges Moment in der Kunst (nach Beckett: gescheit, gescheiter, gescheitert). Und: So politisch wie Dieter Luz’ Beitrag zu deutschen Panzerlieferungen nach Saudiarabien (gescheiterte Friedenspolitik) war hier schon lange kein Werk mehr. Auch zu Anne-Christine Klarmanns altem, „Schnnee von gestern“ flimmerndem Fernseher ließen sich allerhand Assoziationen anführen. Aber wir wollen zu einem späteren Zeitpunkt detaillierter auf die einzelnen Werke eingehen und es hier bei ein paar ausgewählten Extrakten belassen.

Das Konzept scheint durchaus befruchtend. Und auch Gemeinschafts-fördernd. Die Künstler der Gruppe „zusammen“ zum Beispiel hatten bislang von ihrer Künstlerbundszugehörigkeit einmal abgesehen noch nicht so viel miteinander zu tun, worauf Künstlerbundsvorsitzende Cornelia Szelenyi in ihrer Einführungsrede hinwies. Neben ihr und Oberbürgermeister Boris Palmer, die beide in der üblichen Presseankündigung vorab als Redner aufgeführt waren, sprach überraschend auch Kulturamtsleiterin Daniela Rathe, die auf die große Hannah Höch-Ausstellung am gleichen Ort dieses Frühjahr und den städtischen Beitrag zur Galerie-Renovierung erinnerte sowie kurz den Wandel in 41 Jahren Künstlerbundgalerie skizzierte.

Info: ART-verwandt, noch bis 19. Januar in Kulturhalle, Nonnnengasse 19 und Künstlerbundsgalerie, Metzgergasse 3, Di-Fr 16-19 Uhr, Sa 11-14 Uhr

15.12.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 15.12.2012 - 10:03 Uhr

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