[X]
 per eMail empfehlen


   

Eine Ausstellung auf dem Egeria-Gelände in Lustnau

Kunst erweckt Industrie-Brache zum Leben

Das Alte ist fast weg, das Neue noch nicht da – Zwischenzeit auf dem Egeria-Areal. Dort hinein haben Hanna Smitmans und Friedemann Dähn eine audio-visuelle Landschaft platziert. Leben auf der Frotte!

Anzeige


 
Artikelbild: Kunst erweckt Industrie-Brache zum Leben

Er stimmte, der Ausstellungstitel: Am Freitagabend kamen über 100 Lustnauer, Ex-Egerianer, künftige Bauende, an Kunst und Stadtplanung Interessierte auf das Schotterfeld, auf dem die Fabrikhallen der Baden-Württembergischen Frotteeweberei Egeria standen.

Vom Dach der Trafostation strichen die Electric-Cello-Klänge Friedemann Dähns über das Gelände, Lichtinstallationen wetteiferten mit einer schmalen Mondsichel darum, eine surreale Stimmung zu schaffen. „Toll, dass wir Kunst in dieser Zwischenzeit haben“, lobte Baubürgermeister Cord Soehlke zur Eröffnung. „Orte haben eine Seele, haben eine Geschichte, sind nicht einfach neutrale Flächen, auf die man was baut.“

Aber bei aller Erinnerung an das Gewesene: „Städte verändern sich und müssen das auch, damit sie lebendig bleiben.“ Genau an der Schnittstelle zwischen Einst und Morgen setzt die Tübinger Dokumentations-Künstlerin Hanna Smitmans an: „Ich mache solche Projekte, weil ich die Erfahrungen der Vergangenheit wichtig halte für die Zukunft.“

Auf der Steinwüste des Geländes lässt sie Egeria-Handtücher, die sie auf eine Anzeige hin von hiesigen Privathaushalten geliehen bekommen hat, wehen, eine bunte Galerie des Egeria-Designs. In einer Ecke des Trafohauses schaffen Stühlchen und Spiele ein letztes Idyll des Egeria-Betriebskindergartens.

Im Inneren des schon ziemlich heruntergekommenen Gebäudes hängen Fotografien, aus ausgebeinten Hallen, mit einer Ästhetik des Verfalls wie das von den verbogenen Eisenarmierungen, die Skulpturen eigener Art bilden. Dazwischen Stimmen: Ein Bildschirm gibt Interviews wider, mit künftigen Bauwilligen und ehemaligen Egerianern. Wie mit dem Italiener, der 16-jährig im Jahr 1962 hier anfing und bis zum traurigen Ende blieb: „Die letzte Zeit war bitter für uns alle.“

alb / Bild: Groebe

 

Info: Von Donnerstag bis Sonntag (6. bis 9. Oktober) ist die Ausstellung von 16 bis 19 Uhr geöffnet.

04.10.2011 - 08:30 Uhr | geändert: 04.10.2011 - 08:42 Uhr
Anzeige


Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T�bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Anzeige


Ryan Reynolds und Denzel Washington als amerikanische Agenten, die in Südafrika ins Visier von Killern geraten.

»weiter...