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Es muss Gold sein. . .

K.C.McKanzie präsentierte „Dryland“ im Sudhaus

Tübingen. „Sie hält alles Persönliche komplett unter Verschluss.

Sarah Juric
Links „Budi“ Budinsky mit roter Fliege am Kontrabass, rechts K.C. McKanzie, mädchenhaft, ... Links „Budi“ Budinsky mit roter Fliege am Kontrabass, rechts K.C. McKanzie, mädchenhaft, unprätentiös. Bild: Sommer

Man weiß nichts über ihr Privatleben“. So ein Besucher, der über Deutschlandradio Kultur und „gut gelungene Plakate“ auf die Musik von K.C. McKanzie aufmerksam wurde. Eine weitere Bewunderin hatte sie im letzten Jahr im Rahmen des „Silent Friday“ in Stuttgart gehört und wollte sie unbedingt live wiedersehen.

Dazu gab es nun am Mittwoch im Tübinger Sudhaus Gelegenheit, wo McKanzie ihr im September erschienenes, viertes Album „Dryland“ vorstellte. Die Berlinerin belohnte 130 begeisterte Gäste mit über eineinhalb Stunden Folk, Blues, Bluegrass, Poesie vom Feinsten und zweimaliger Zugabe.

Im Vorprogramm spielte zunächst der aus Prag stammende, Tübinger Singer&Songwriter VicWeaver. Dreizehn Songs, melancholische Melodien untermalen persönliche Erzählungen über Liebe, Familie sowie die Zerreißprobe zwischen Künstlerdasein und harter Realität. Warum er sich nur für die Polka entschuldigte, von der das Publikum so gern mehr gehört hätte? Vielleicht sogar auf tschechisch statt einer sprachlichen Mischung von Deutsch und Englisch?

Es folgte der Auftritt von McKanzie und ihrem musikalischen Partner „Budi“ Budinsky. Ein Gegensatzpaar, das durch Natürlichkeit besticht. Er aktiv, humorvoll im gestreiften Jacket, roter Fliege, mit Blume am Kontrabass, sie dezent, fast mädchenhaft, jedoch absolut in sich ruhend, charmant und unprätentiös an der Gitarre. Die gelassene Coolness ihrer samtweichen, ausdrucksstarken Stimme lässt den Zuhörer sofort an Susan Vega denken. Mal abgesehen davon, dass hier Banjo, Gitarre und Kontrabass in einem wunderbaren Zusammenspiel die übergeordnete Instrumentierung übernehmen.

So arbeitet McKanzie maßgeblich an ihren Inhalten, um stets das wirklich Wesentliche zu extrahieren. Die eindringlichen, leidenschaftlichen Texte über Liebe, Verzweiflung, Verlangen und Lust haben Format. Ihre Worte sind gekonnt authentisch ohne zu persönlich zu werden, ihre lyrischen Bilder ausdrucksstark und tiefgehend – beeindruckend.

Ob Schellen oder Maultrommel, für eine besondere Klanggestaltung der Rhythmen sorgt Budinsky, der mit gekonntem Einsatz seiner Trommelschlegel in „Lovesick Boy“ gefühlvoll, tänzerisch auf seinen Kontrabass eintrommelt. In „Poor Girl“ wiederum, ist es ein Stein, den er mit einem Hammer bearbeitet. Darüber hinaus ist er sogar „Mitarbeiter des Monats“ im K.C. Shop. Die gesamte Stimmung ist stets locker, leicht und positiv.

Mit „Shabby Bride“, ihrer ersten Zugabe vollendete sie die Vorstellung der dreizehn Songs ihres neuen Albums. Es folgte eine gelungene Folk-Version von Ella Fitzgerald´s „When I get low, I get high“ sowie in der zweiten Zugabe, zwei Single-Auskopplungen aus ihrem vorherigen Album „Hammer & Nails“.

22.01.2010 - 08:30 Uhr
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