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Das Letz niest

Blogger und Twitterer im Zimmertheater

Aus den Tiefen und Untiefen jenes Reichs, das die Welt in ihrem digital vernetzten Innerstenäußersten zusammenhält, treten am Sonntag im Zimmertheater Schriften und Korrespondenzen auf die Bühne, wo sie daselbst von ihren Autoren gelesen werden.

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Peter Ertle
Der Berliner Frédéric Valin, Autor, Blogger, Twitterer.Bild: Netzl Der Berliner Frédéric Valin, Autor, Blogger, Twitterer.Bild: Netzl

Tübingen. Die Gemeinde der Blogger und Twitterer ist unübersehbar, auch unübersehbar verknüpft. Ein paar Knoten aus diesem Teppich präsentieren sich immer wieder bei öffentlichen Lesungen. In Berlin ist das keine Seltenheit mehr und nachdem ein Berliner (und Ex-Tübinger) und ein Tübinger respective Steinlachtäler das Format auch in die Neckarstadt brachten, liest das Netz unter dem Titel „Das Letz niest“ auch hier, schon wieder und immer weiter, am Sonntag in Tübingen nun schon zum vierten Mal – und dabei zum ersten Mal in der Sprech_Zimmer-Reihe des Zimmertheaters. Wenn es nur halb so schön wird wie das Plakat für diese Veranstaltung oder nur annähernd so anrührend-schräg wie die Geschichten Frédéric Valins – es wäre ein Erfolg.

Der Berliner Frédéric Valin ist nämlich einer der Leser. Er bloggt nicht nur bei Spreeblick, twittert als @freval, er hat auch ein Buch über sechs Menschen veröffentlicht, die schon der Titel des Buches sozialverschichtet: „Randgruppenmitglied“. Da geht es um die depressive, verbitterte Frau Nachtweih, die ihren Pfleger um den Verstand bringt oder den 14-jährigen Dorfpunk Jochen. . . abstruse Erzählungen mit abenteuerlichen Schlusspassagen und dem Leser wird schnell klar, „dass hier nicht nur von Randgruppen sondern von der gesamten Gesellschaft die Rede ist“. Das behauptet jedenfalls einer, der den irgendwie verdächtigen Namen Ferdinand Laudage (laudatio?) trägt, und der, obwohl das hier keine Doktorarbeit ist, explizit zitiert werden soll. Valin soll übrigens schon mal den Freiburger Bundesligaprofi Heiko Butscher getunnelt haben (beide stammen aus dem Allgäu). Früher schrieb er einen legendären Fußballblog namens „Fooligan“.

Wer liest noch? Da ist einmal die passionierte Schüttelreimerin Carola Beck („du magst Vierbeiner, ich find Bier feiner“), die auf „appareil de tip tip“ bloggt. Was’n Name! Dann wäre da noch Helmut Bachschuster, der bedient, Kultur organisiert und natürlich ebenfalls bloggt. Und schließlich die Veranstalter dieses Abends (wie der drei vorhergehenden), Uli Eder und Wolfgang Brenner. Ihre Internetkorrespondenz gebar mehrere Bücher und Blogs, darunter das Dia-blog, das Nichtsblog, das Wer ist dir lieber-Blog und den Laubenpieper. Sie twittern als @uliuli und @wofl.

Info: „Das Letz niest“ am Sonntag, 27. Februar um 20 Uhr im Tübinger Zimmertheater, Bursagasse.

25.02.2011 - 08:00 Uhr | geändert: 25.02.2011 - 08:04 Uhr

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