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Den Punk im Nacken

Tote Hosen: 13 000 Fans in der Schleyerhalle

Die Toten Hosen feiern seit 30 Jahren Erfolge mit schlichten Gassenhauern. Sie live zu sehen, lohnt sich trotzdem. Erst recht in Stuttgart.

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CLAUDIA REICHERTER

Stuttgart 140 Minuten Hosen-Rock in der restlos ausverkauften Schleyerhalle. Da lässt sich prima Dampf ablassen. Oder zur "Krach der Republik"-Tour passender: Ballast abladen. Das taten am Sonntagabend in Stuttgart 13 000 Menschen, angetrieben von Sänger Campino, Kuddel, Andi, Breiti und Vom. Zusammen sind das Die Toten Hosen.

Artikelbild: Tote Hosen: 13 000 Fans in der Schleyerhalle Fühlt sich wohl in Stuttgart, der Stadt mit den besten Publikumschören: Tote-Hosen-Frontmann Campino. Foto: Claudia Reicherter

Die touren seit 30 Jahren durch die Welt und haben sich vom Punk längst in Richtung Mainstream verabschiedet. Die Platten sind sauber produziert, die großteils deutschen Texte zum Teil so seicht wie die von Pur, die Musik von Proll-Rock und Fußballfanchören oft nicht weit entfernt. Da fragt sich so mancher, wie es diese Band mit 8 ihrer 19 - die Compilations nicht mitgezählt - Alben an die Spitze der deutschen Charts schaffen konnte.

Doch lässt sich nicht leugnen: "Hier kommt Alex", "Liebeslied", "Bonnie und Clyde" bleiben dauerhaft im Ohr. Dazu hat etwa "Europa" bittere, gesellschaftliche Relevanz. Und live zeigen die Hosen, dass ihnen der Punk durchaus noch im Nacken sitzt - allen Primetime-TV-Auftritten des Frontmanns zum Trotz. Da werden 28 Stücke in bester Zwei-Minuten-Manier runtergeprügelt, in den Ansagen mittourende Organisationen wie Pro Asyl beworben und die Bühne im Dauerlauf samt Grätschsprung und Ausfallschritt erobert. Es tue "saugut", in Stuttgart zu sein, bekennt der 50-Jährige. Hier gibts die besten Publikumschöre. Und: "Weil ihrs immer akzeptiert habt, euch gegenseitig wieder hochzuziehen, wenn einer auf die Fresse gefallen ist." Die Sprache der Straße und das Set zwischen "Drei Kreuze", "Tage wie diese" und "Never Walk Alone" bieten viel Identifikationsstoff.

Die Fans danken es, laden in Form von Schweiß und Chorgesang manchen Frust ab. Und bleiben selbst im Pogo-Gewimmel heiter-friedlich. Ein mitreißender Abend.

Info Die meisten Konzerte der Toten Hosen sind ausverkauft, für die Open-Airs in Freiburg (13.7.) und Neu-Ulm (24.8.) gibt es noch Karten.

04.12.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 04.12.2012 - 08:41 Uhr

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