[X]
 per eMail empfehlen


   

Jazz für Feinschmecker

Rainer Tempel stellt sein neues Projekt mit den Ersatzbrüdern vor

Nicht nur bei seinem neuesten Projekt mit den Ersatzbrüdern ist für den Tübinger Allrounder Rainer Tempel der Ausgangsgedanke, etwas zu wagen, was weit über den Jazz hinausgeht und abseits aller ausgetretenen Pfade liegt.

Anzeige


 
Rainer Tempel – nun mit „Ersatzbrüder“. Bild: Spieß Rainer Tempel – nun mit „Ersatzbrüder“. Bild: Spieß

Tübingen. Wie man verschiedene Musiker in unterschiedlichen Kompositionen bei großer stilistischer Bandbreite zu dichtem Zusammenspiel vereint, zeigte der in Tübingen geborene, in Mössingen aufgewachsene und nun wieder seit Jahren in der Tübinger Gartenstraße lebende Pianist des öfteren bei Konzerten in der Region.

Rainer Tempel ist nicht nur Komponist, Pianist, Professor, Dirigent und Arrangeur – er ist auch ein ausgewiesener Liebhaber großer Bandbesetzungen. Früh schon hat sich der Tübinger für das Riesenspielzeug erwärmt, spielte bei der Jugendmusikschule Mössingen und in der Uni Bigband Tübingen (Bobby Burgess). Mitte der 1980er Jahre begann er selbst zu arrangieren und zu dirigieren und feierte erste Erfolge mit der Tübinger Jazzband Modern Walkin‘. Seit Jahren arbeitet Tempel mit immer neuen Großformationen – das Spektrum seiner Aktivitäten reicht vom Piano-Trio und Quartett („Woodwinds“) über sein Quintett „GmbH“ und das Septett Tempelektrisch bis eben zu jener Formation, mit der er am kommenden Freitag und Samstag im Sudhaus Konzertpremiere feiert.

Mit dem Projekt „Ersatzbrüder“ zeigt Tempel, wie man mit ungewöhnlicher Besetzung Klavier, Baritonsaxofon und Posaune Musik aus der Renaissance und dem Barock swingen lässt. Seit 2006 arbeitet Tempel neben seiner Professur an der Stuttgarter Musikhochschule als künstlerischer Leiter des Zurich Jazz Orchestras mit Schweizer Jazzmusikern zusammen. Daraus ergab sich auch der Kontakt zu den beiden Brüdern Andreas (Posaune) und Matthias Tschopp (Baritonsaxofon), die als viel gefragte Instrumentalisten weit über die Schweiz hinaus unterwegs sind.

„Eine kleine Formation mit ungewöhnlicher Besetzung geht mir schon mehrere Jahre durch den Kopf“, sagt der Tübinger Allrounder, „mit Andreas und Matthias habe ich nun die Mitspieler gefunden, die meine Vorstellungen über Jazzimprovisation teilen“. In ihrer gemeinsamen Faszination für Transparenz, Jazzimprovisation und neue kompositorische Ausrichtungen liegt die Basis für dieses vor kurzem zusammengestellte Projekt. Der musikalische Ansatz ist im wesentlichen die Kombination von alter Musik aus dem 20. Jahrhundert und zeitgenössischem Jazz: „Besonders die Polyphonie Hindemiths hat unsere Musik beeinflusst“, so Rainer Tempel.

Wie in allen seinen Projekten geht es dem 40-jährigen Musiker stets um die Suche nach neuen Wegen. Ob in seinen eigenen Formationen und Bigbands oder in der Zusammenarbeit mit Musikergrößen wie Chick Corea, Nils Landgren, Kenny Wheeler und Till Brönner. Aber Tempel schreckt auch keineswegs vor unkonventioneller Unterhaltungsmusik zurück: So dirigierte er bereits verschiedene Musical-Produktionen („Mamma Mia“ im Stuttgarter Palladium Theater), macht Theatermusik (Melchinger Lindenhof) und spielt seit 2008 beim Tübinger Schlagerbarden Dieter Thomas Kuhn Klavier.

So verspricht diese erstmalige Zusammenkunft mit den Ersatzbrüdern nicht nur eine Begegnung mit Tempels anregendem musikalischen Kosmos, sondern trägt auch dazu bei, die stiefmütterliche Behandlung, die der Jazz im Allgemeinen erfährt, zu überwinden. Jürgen Spieß

Rainer Tempel & die

Ersatzbrüder: 6. und 7. Januar, 20.30 Uhr im Tübinger Sudhaus.

04.01.2012 - 14:30 Uhr

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln (hier klicken)

Anzeige

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T�bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Anzeige


Anzeige


Anzeige