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Kein One-Hit-Wonder

Marit Larsen hat mit "Under the Surface" einen neuen Hit

2009 hatte sie einen riesigen Sommerhit. Die Norwegerin Marit Larsen aber als One-Hit-Wonder anzusehen, wäre eine böse Unterschätzung.

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MAGDI ABOUL-KHEIR
Artikelbild: Marit Larsen hat mit "Under the Surface" einen neuen Hit Marit Larsen (26) weiß genau, wo es langgeht. Foto: Volkmar Könneke

Ulm "Seid ihr bereit? Natürlich, ihr wartet ja schon seit fünf Minuten!" Leider klappt das mit dem Mikro immer noch nicht, aber Marit Larsen legt trotzdem los. Souverän, gut gelaunt geht sie beim Auftritt im Ulmer Roxy mit der Panne um, erst nach 25 Minuten macht die Technik richtig mit, aber da ist das Konzert längst in vollem Schwung.

Die 700 Zuhörer, bunt gemischt aus allen Altersklassen und allen Geschlechtern, hören und sehen: Die Norwegerin ist ein Profi. Keine, die plötzlich aus der Singer/Songwriter-Kiste gehüpft ist. Mag sie in Deutschland auch erst im Sommer 2009 mit "If a Song Could Get Me You" groß rausgekommen sein, in ihrer Heimat ist sie schon seit Teenie-Tagen bestens im Geschäft.

Marit Larsen ist Energiebündel und Spaßwuchtbrume, zugleich Sensibelchen und Melancholikerin. Zierlich und selbstbewusst steht sie da, in einem dunklen Kleid mit Schulterpolstern, die aus ihrem Geburtsjahr 1983 stammen könnten. Trinkt Tee aus einem Riesenbecher, gluckst, kichert, zirpt, schmeißt sich auch mal weg vor Lachen - und bringt mit ihrer nahezu kristallenen Stimme ausgefeilte Songs dar: entweder seltsame Trennungslieder oder düstere Lovesongs, stets eingängig, wohltönend, aber viel zu klangtüftelnd und spielerisch vielfältig, um auf Drei-MinutenRadiopop reduziert zu werden.

Aus dem südnorwegischen Lørenskog kommt sie. Das bedeutet "morastiger Wald", aber danach klingt ihre Musik gar nicht. Folk- und Country-Elemente reichern den Gitarren- und Piano-Pop an. Die fünfköpfige Band macht fein mit, inklusive Banjo und Xylophon. Marit Larsen selbst greift zur Mandoline, die bringt zwar keinen Rock n Roll hinein, aber immerhin "hilft sie mir, größer auszusehen".

Sie hat mit "Under the Surface" einen neuen Hit und freut sich, dass "Leute zu meinen Songs jetzt kochen, autofahren und Babys machen". Als sie nach 90 Minuten als Schlusspunkt natürlich noch "If a Song Could Get Me You" bringt, erreicht die ohnehin gute Stimmung ihren Höhepunkt. Das Publikum kriegt sie mit ihrer Musik allemal.

10.03.2010 - 08:30 Uhr | geändert: 13.03.2010 - 09:03 Uhr
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