Die 15-jährige Sängerin Leandra Gamine veröffentlicht ihr erstes Album
Die 15-jährige Gymnasiastin Leandra Gamine ist auf dem Weg zu einer Gesangskarriere. Ihr erstes Album erscheint unter dem Titel "Romance".
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TATJANA SCHÄFER, DDP
Gerade mal 15 Jahre alt und schon die erste Jazz-Platte aufgenommen: Leandra Gamine beeindruckt mit ihrem tiefen Stimmsound. Foto: ddp
Es ist schon erstaunlich, welche kraftvolle, tiefe Stimme das zierliche 15-jährige Mädchen hat. Leandra Gamines erwachsene Stimme hat schon viele verblüfft: die Gesangslehrerin, die Jury des Berliner Landeswettbewerbs von "Jugend musiziert" und den Musikproduzenten Fritz Graner, der Songs für sie komponiert. Am Freiatg ist ihr erstes Album"Romance" erscheinen (Awomm Records). Und auch eine Single ist bereits auf dem Markt.
Die Berlinerin Leandra hat bereits als Kind leidenschaftlich gerne gesungen, anfangs nur im Kreis der Familie, später im Schulchor. Mit zwölf begann sie Gesangsunterricht zu nehmen. "Die Lehrerin wollte mich zunächst gar nicht unterrichten, weil ich so jung war. Normalerweise übernimmt sie Schüler erst ab einem Alter von 17 oder 18 Jahren", erzählt Leandra, die von ihren Freunden Lele genannt wird. Ein Probesingen überzeugte die Lehrerin jedoch und entgegen ihren sonstigen Prinzipien begann sie Leandra auszubilden.
So erstaunlich wie Leandras Stimme ist auch die anspruchsvolle musikalische Richtung, die sie mit ihrem Gesangsunterricht einschlug: Sie sang Jazz - normalerweise nicht der bevorzugte Musikstil junger Mädchen. Die ungewöhnliche Entscheidung traf damals Leandras Mutter Nanne. "Die Jazz-Ausbildung ist eben sehr vielfältig", begründet sie den damaligen Schritt. Allerdings habe sie ihre Tochter "nicht zum Jazz zwingen" müssen. Leandra hört selbst gerne Jazz und mag außerdem auch Funk, Soul und Rn"B. "Eben alles, was gut ist", sagt der blonde Teenager. Ihre musikalischen Vorbilder sind Jamie Cullum und Michael Bublé.
Auch ihre eigenen Songs haben mit beliebigem Pop-Einerlei wenig zu tun. Vielen Stücken auf dem Album "Romance" hört man Leandras Jazz-Hintergrund an. Die Produktion war für sie eine aufregende, natürlich ungewohnte Situation. Mit öffentlichen Auftritten hat sie hingegen seit längerem Erfahrung. Mit zwölf trat sie bereits in einem Jazz-Club auf.
Außerdem spielt die Gymnasiastin in ihrer Freizeit in zwei Bands, unter anderem Saxofon. "Insgesamt komme ich etwa auf 100 Auftritte", rechnet die Sängerin nach. Einer davon fand Anfang 2008 vor der Jury des Berliner Regional- und Landeswettbewerbs "Jugend musiziert" statt. Sie überzeugte und gewann in der Sparte Pop/Gesang.
Leandra Gamines größter Wunsch ist es, die Musik später zu ihrem Beruf zu machen. "Es ist halt nicht ganz leicht, in das Geschäft hineinzukommen", gibt sie zu bedenken. Produzent Graner sieht das gelassen. "Da Lele noch so jung ist, haben wir Zeit, sie in Ruhe aufzubauen", sagt er. Von Castingshows, die junge Leute schnell ins Rampenlicht katapultieren und genauso rasch in Vergessenheit geraten lassen, halten sie beide nichts. Leandra setzt stattdessen auf Fleiß und eine weiterhin solide Ausbildung. Zwingen muss sie sich dazu nicht: "Musik zu machen ist ohnehin mein größtes Hobby."