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Musste einfach raus

Astrid North war am Donnerstag im Sudhaus

Zugegeben: Es hat alles ein bisschen länger gedauert. Eigentlich sollte das Solo-Album von Astrid North schon viel früher erscheinen. Die Soul-Sängerin war am Donnerstagabend im Tübinger Sudhaus zu Gast.

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Christian Saathoff

Neun Jahre ist es her, dass Astrid North, Front-Frau der Band „Cultured Pearls“, ihren damaligen Musikerkollegen den Rücken kehrte. Nach diversen Musik-Projekten und Kollaborationen widmete sich North schon bald der Arbeit an einem Solo-Album, dessen Erscheinen für 2005 geplant war. Doch die Produktion verzögerte sich; immer wieder nahm die Sängerin im Studio Songs auf, die ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht wurden.

Der anfangs elektronisch beeinflusste Sound des Albums veränderte sich, wurde organischer. Mit einer Band spielte North das Album schließlich ein und veröffentlichte es im Juli 2012 auf dem eigenen Label. Der Wille zur künstlerischen Weiterentwicklung und der hohe musikalische Anspruch, die sich aus der Produktionsgeschichte erahnen lässt, klingen auch im Gespräch mit dem TAGBLATT an: Mit dem Ergebnis sei sie nicht zu hundert Prozent zufrieden, erzählt Astrid North, aber „die Platte musste einfach raus.“

Seit Beginn der Woche ist sie gemeinsam mit der Hamburger Künstlerin Y’Akoto auf Tour, die allerdings am Donnerstag in Zürich spielte. Relativ kurzfristig entschied sich North mit ihrer Band deswegen für einen Auftritt in Tübingen. Daran lag es wohl auch, dass das Publikum im Sudhaus eher überschaubar war. Etwa 50 Personen waren gekommen.

Viele langsame, fast schwermütige Stücke waren im Programm, darunter auch die erste Single „Dither“, die North für ihre Schwester schrieb. Was sich auf dem Album erst beim zweiten oder dritten Hören musikalisch erschloss, funktionierte auf der Bühne von vornherein: Soulige Balladen mit epischen Klavier-Akkorden wurden abgelöst von kurzen, schnellen Stücken, alle entscheidend getragen von Norths ausdrucksstarker, warmer Stimme.

Der Sound wurde unterstützt von Sebastian Demmin (Keyboard, Bass-Modul), der auch schon an der Produktion des Albums beteiligt war. Der dritte im Bunde: Der gebürtige Tübinger Benny Glass (Schlagzeug), der inzwischen in Berlin lebt. Er lernte North auf einem Konzert kennen und ist seit April als Tour-Mitglied dabei. Die Chemie zwischen den Musikern stimmte sofort, erinnert sich Glass: „Bei unserer ersten Probe fragte mich Astrid, ob ich ein Problem damit hätte, laut zu spielen.“ Ganz im Gegenteil.

Dass es künstlerisch und musikalisch passt, weiß Glass zu schätzen. Als Berufsmusiker müsse man eben oft Konzerte „nur“ für Geld spielen – das reiche aber als Motivation dauerhaft nicht, „denn dafür wird der Job zu schlecht bezahlt“. Der Auftritt am Donnerstag gehörte jedenfalls nicht in diese Kategorie: In der familiären Atmosphäre sprang der Funke von der Band schnell über, das Publikum sang, klatschte und tanzte mit.

Der Erfolg hat Astrid North ermutigt, schon über ein zweites Solo-Album nachzudenken. Dann mit Sebastian Demmin und Benny Glass als Musikern.

03.11.2012 - 08:30 Uhr

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