Sieben Jahre dauerte es von der Planung bis zu Bau und Fertigstellung der Wohnanlage für Menschen mit und ohne Behinderung der St. Gallus-Hilfe in der Bahnhofstraße. Am Montag war Einweihungsfest.
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Ulrich Eisele
Strahlende Gesichter bei der Einweihung der neuen Wohnanlage für Menschen mit und ohne Behinderung (im Hintergrund; von links): Berthold Broll, Vorstand der Stiftung Liebenau, Hans-Dieter Müller, Regionalleiter der St. Anna-Hilfe, Jörg Munk, Geschäftsführer der St. Gallus-Hilfe, Staatssekretär a. D. Dieter Hillebrand, Landrat Joachim Walter, Bereichsleiterin Christine Beck, Bürgermeister Thomas Hölsch, Hausleiterin Teresa Roth, Prälat Michael Brock.Bild: Franke
Dußlingen. Warum es so lange dauerte, erklärte Jörg Munk, der Geschäftsführer der St. Gallus-Hilfe, so: Ambulant betreute Wohneinrichtungen würden öffentlich nicht gefördert, gleichwohl sei barrierefreies Bauen teuer. Aber die Mieten sollten auf „Sozialhilfe-verträglichem Niveau“ bleiben.
Ein Spagat, den der Träger der Einrichtung, die Stiftung Liebenau und ihre Tochter St. Gallus-Hilfe, nicht ohne 200 000 Euro Zuschuss von der „Stiftung Mensch“ hinbekommen hätten. Sonst wäre das 1,8 Millionen Euro teure Projekt vermutlich immer noch nicht realisiert.
An der Gemeinde Dußlingen lag es nicht. Bürgermeister Thomas Hölsch habe die St. Gallus-Hilfe mit offenen Armen empfangen, lobte Munk, und dem Wohnprojekt für Menschen mit und ohne Behinderung mitten im Zentrum eine Chance eröffnet. In unmittelbarer Nähe zum Bahnhof, Rathaus, Pflegeheim, Metzger und Bäcker.
Neun der 13 Wohnungen sind vergeben, vier sind noch zu haben. Zur Einweihung kamen und gratulierten Staatssekretär a. D. Dieter Hillebrand sowie Landrat Joachim Walter, der die Eröffnung der Wohnanlage „einen neuen Schritt der Behinderten-Hilfe im Kreis Tübingen“ nannte. Bürgermeister Thomas Hölsch wünschte sich, „dass sich alle Leute (in der Wohnanlage, d. Red.) möglichst rasch als Dußlinger/innen fühlen“.
Lobende Worte bekam auch Kreissozialdezernentin Ulrike Dimmler-Trumpp für ihren Mut, das Projekt anzupacken – trotz schwieriger Förderbedingungen. Ambulant betreutes Wohnen liege im Trend, warb Jörg Munk für Verbesserungen, das Land solle die Förderrichtlinien ändern.
Musikalisch umrahmt wurde das Einweihungsfest von Lea Mrusek und Isabelle Bölzle. Eine Hip-Hop-Gruppe behinderter Jugendlicher aus Reutlingen zeigte einen Showtanz. Segnende Worte sprach Prälat Michael Brock, der Vorsitzende der Stiftung Liebenau.