Es soll ein offenes Haus werden, im steten Dialog mit den Nehrenern: Gestern war Spatenstich für das neue Altenpflegeheim in der Bubengasse.
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Matthias Reichert
Von links beim Spatenstich: Architekt Reinhard Pflüger, der Prokurist der Evangelischen Heimstiftung Ralf Oldendorf, Bürgermeister Werner Landenberger, CDU-Abgeordnete Monika Bormann, Klinik-Geschäftsführer Volker Gurski, SPD-Abgeordnete Rita Haller-Haid, Pfarrer Siegfried Fischer, Bauunternehmer Jürgen Schwefel. Bild: Franke
Nehren. Das Pflegewohnheim soll Ende 2010 oder Anfang 2011 fertig werden. „Mitte Januar rollen hier die Bagger, wenn wir nicht einen Meter Schnee haben“, versprach Ralf Oldendorf, Prokurist der Evangelischen Heimstiftung, die insgesamt 70 Einrichtungen betreibt. Das Richtfest ist im Sommer geplant. Die Stiftung investiert 4,15 Millionen Euro, öffentliche Zuschüsse gibt es nicht. Oldendorf zitierte die Gerontologin Ursula Lehr: „Es kommt nicht darauf an, wie alt man wird, sondern wie man alt wird.“ Alle Beteiligten hätten „mit Herzblut“ an der Konzeption gearbeitet. „Eine absolut gute Lage, und dazu eine schöne Aussicht“, lobte der Prokurist. „Ein Haus mitten im Ort, mitten im Leben, so wie es sein sollte.“
„Wir wollen hier in Nehren etwas wirklich Gutes machen“: Das neue Heim bekommt 40 Plätze in vier Hausgemeinschaften – alles Einzelzimmer mit Bad. Geplant sind Wohnzimmer und Speiseräume, Garten und Terrassen. „Ein Haus zum Wohlfühlen, auch wenn man pflegebedürftig ist.“ Oldendorf bat um Verständnis für Einschränkungen während der Bauarbeiten.
„Mitten im Advent“ – Pfarrer Siegfried Fischer sprach von der „Zeit erwartungsvoller Vorfreude“. Als Vorsitzender des Krankenpflegevereins freue er sich auf „eine offene Tür, wo man gerne hingeht und einander besucht“, sagte Fischer. Hier entstehe „ein Stück sozialer Infrastruktur“, lobte Bürgermeister Werner Landenberger. Er blickte zurück auf die Insolvenz des privaten Seniorenheims Waldblick. Die Gemeinde suchte einen kompetenten Nachfolgebetrieb und wählte, wie berichtet, die Evangelische Heimstiftung unter vier Kandidaten aus. Die Stiftung gewährleiste „selbstbestimmtes Leben mit aktiver Teilnahme so weit wie möglich“, so Landenberger. Die Standortsuche habe sich freilich nicht einfach gestaltet.
„Ein Zeichen des Aufbruchs – wenige Tage vor Weihnachten“, freute sich Jürgen Schwefel, Geschäftsführer der Stuttgarter Baufirma Gustav Epple. Das Projekt sichere einheimische Arbeitsplätze. Der Entwurf des Stuttgarter Planers Reinhard Pflüger werde sich „gut in das Ortsbild einfügen“. Der Bauunternehmer versprach „eine gelungene Synthese von Architektur und handwerklichem Können“. Die Steinlach-Stompers jazzten, auch die Landtagsabgeordneten Monika Bormann (CDU) und Rita Haller-Haid (SPD) waren unter den Zuhörern. Volker Gurski, der Geschäftsführer der Kurklinik Bad Sebastiansweiler, erklärte für das diakonische Unternehmen: „Es geht um den Dienst am Menschen aufgrund des christlichen Menschenbildes.“ Gurski versprach: „Nicht die Bewohner sind für uns da, sondern wir für die Bewohner.“ Das Ziel sei „ein offenes, einladendes Haus, das jederzeit Gäste willkommen heißt“.